Hilpoltstein (epd). Junge Kuhreiher sind einer Vogelbeobachterin am fränkischen Altmühlsee dieser Tage vor die Kamera gekommen. Es sei wohl das erste Mal, dass Kuhreiher in Deutschland brüten, teilte der Landesbund für Naturschutz und Vogelschutz (LBV) am Donnerstag mit. Der etwa 50 Zentimeter große, weiße Reiher mit gelbem Schnabel komme weltweit vor, sei in Deutschland aber sehr selten. Der Kuhreiher sei in Europa hauptsächlich in Spanien und Frankreich heimisch. In Afrika sehe man ihn auf den Rücken von Büffeln sitzen.
Bereits im Vorjahr hätten Aktive der LBV-Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen erwachsene Kuhreiher am Altmühlsee beobachtet, hieß es. Sie hätten sich im Prachtkleid mit gelben Schmuckfedern gezeigt und Nistmaterial zusammengetragen.
Der vergleichsweise kleine Kuhreiher sei nicht wie seine Verwandten an große Gewässer gebunden, sondern brüte manchmal auch in Parks. Er ernähre sich hauptsächlich von Insekten, die er nach der Mahd auf Wiesen und in der Nähe von Viehweiden findet. Daher könnte der Kuhreiher auch seinen Namen haben.
In Bayern sind neben dem Graureiher lokal der Purpurreiher und immer häufiger der Nachtreiher zu beobachten, teilte der LBV mit. Vielfach könne mittlerweile auch der Silberreiher gesichtet werden. Ebenfalls am Altmühlsee kommt der Seidenreiher vor. Der trägt einen markanten Federschopf und hat gelbe Füße.
Die Kuhreiher am Altmühlsee kommen laut LBV mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Mittelmeerraum, weil sie Kurzstreckenzieher sind. "Die stark steigenden Bestände des Kuhreihers in Spanien und Frankreich sorgen dafür, dass sich das Brutareal dieser Vogelart ausbreitet", sagte LBV-Gebietsbetreuer Jan Heikens.