Würzburg (epd). Die Sportwissenschaftlerin und Sonderpädagogin Christiane Reuter von der Universität Würzburg fordert mehr echte Inklusion von Menschen mit Behinderung im Breitensport. "Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung haben oft stark unterdurchschnittliche motorische Fähigkeiten", sagte die Wissenschaftlerin laut einer Mitteilung der Uni Würzburg vom Dienstag: "Das liegt auch daran, dass sie in unserer Gesellschaft nicht ausreichend sportlich gefördert werden."
Oftmals kämen die Betroffenen erst in der Förderschule oder noch später in Werkstätten für Menschen mit Behinderung mit sportlichen Aktivitäten in Kontakt. Es sei aber - auch um Folgeerkrankungen vorzubeugen, die aus einem Bewegungsmangel resultieren - wichtig, dass Menschen mit Behinderung "auch in wohnortnahen Sportvereinen" aktiv werden können. So wachse einerseits "ihre Teilhabe am Alltagsleben", und andererseits werde der Umgang mit Behinderungen so zu etwas "ganz Selbstverständlichem".
Um das voranzutreiben, hat Reuter im Februar 2023 das Projekt Sportassistenz (SpAss) gestartet: Dabei unterstützen Studierende Kinder und Jugendliche mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung bei der Suche nach passenden Vereinssportangeboten. Bis zu zehn Mal begleiten die Studierenden die Kinder und Jugendlichen dann zum Sport. Für die Familien ist das Angebot kostenfrei, die Studentinnen und Studenten können sich SpAss als Teil einer Übungsleiter-Ausbildung anrechnen lassen.
Im Oktober soll bereits eine zweite SpAss-Runde anlaufen, finanziert wird sie dann von Stadt und Landkreis Würzburg. Die Pilot-Runde hat die Thomas Lurz und Dieter Schneider Sportstiftung über den Universitätsbund möglich gemacht. Sportinteressierte Menschen mit Förderbedarf können sich über die Homepage der Uni für die Teilnahme am Projekt bewerben.