Hilpoltstein, München (epd). Ein im Februar am Bausenberg (Landkreis Coburg) gefundener toter Habicht ist mit dem Pflanzenschutzmittel Bendiocarb vergiftet worden. Das habe eine toxikologische Untersuchung des Kadavers des streng geschützten Wildvogels eindeutig ergeben, teilte der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) am Montag in Hilpoltstein mit.

Bendiocarb ist den Angaben zufolge ein Insektizid aus der Gruppe der Carbamate, das lediglich in Gebäuden oder Fahrzeugen gegen Ameisen eingesetzt werden darf. Eine Verwendung darüber hinaus sei illegal, sagte Andreas von Lindeiner, LBV-Landesfachbeauftragter für Naturschutz. Derzeit sei kein Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff in der EU zugelassen.

Der LBV und die Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) rufen Spaziergänger und Hundehalter in der Region auf, besonders vorsichtig zu sein, keine herumliegenden toten Tiere oder anderes Verdächtiges anzufassen und Hunde an die Leine zu nehmen.

Sorgen macht sich der LBV auch um einen eventuellen weiteren Vergiftungsfall. In Dörfles-Esbach, in der Nähe des Bausenbergs, wurden 2021 Weißstörche mit dem verbotenen Gift Promecarb getötet. Auch am Ende der diesjährigen Brutsaison fehlte ein Storch aus unerklärlichen Gründen. "Nun haben wir natürlich Sorge, dass auch er vergiftet worden sein könnte", sagte Frank Reißenweber, Vorsitzender des LBV Coburg.

Da die Tötung geschützter Vogelarten eine Straftat ist, haben der LBV und die GLUS Strafanzeige gestellt. Sie setzen sich gemeinsam gegen Naturschutzkriminalität ein und hoffen auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer in der betroffenen Gegend einen toten Wildvogel oder Köder findet, sollte dies der Coburger Polizei unter 09561/6450 und LBV und GLUS unter www.tatort-natur.de melden.