München (epd). Die Vorsitzende des Sozialverbands VdK Bayern, Ulrike Mascher, kritisiert die Sozialpolitik der bayerischen Staatsregierung. Nirgendwo in Deutschland sei die Gefahr von Altersarmut so groß wie in Bayern, sagte sie in einem Gespräch mit Mediengruppe Bayern, Mittwochsausgabe). "Bayern gilt als reiches Land. Allerdings sind hier die Einkommensunterschiede viel krasser als in anderen Bundesländern", so die 84-jährige Mascher, die in dieser Woche den VdK-Vorsitz abgibt. Es wundere sie, dass es die bayerische Regierung "so kaltlässt", dass es im Freistaat 26 Prozent armutsgefährdeter Frauen über 65 gebe.

Wohnen sei einer der größten Kostentreiber im Freistaat, sagte Mascher. Die Regierung in Bayern habe es versäumt, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen". Hinzu komme ein großes Lohngefälle. Der Niedriglohnbereich sei in Bayern sehr groß und viele Menschen würden in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten. "Die Gefahr, in Bayern in die Armut abzurutschen, ist hoch. Diese Fakten sind seit Jahren bekannt, doch es wird kaum gegengesteuert", sagte Mascher.

Die Politik neige dazu, "den Sozialstaat gerade in Krisenzeiten eher infrage zu stellen, als ihn zu stärken", stellte die VdK-Vorsitzende fest. Das sei während der Finanzkrise, in der Corona-Pandemie und in der Folge des Ukraine-Kriegs so gewesen. "Und leider lässt jede Krise die soziale Kluft in Deutschland noch weiter wachsen. Ich halte diese Entwicklung für gefährlich". Mit einer anderen Steuerpolitik müsse dem entgegengesteuert werden, dass die Menschen der unteren Einkommensgruppen prozentual stärker belastet würden als Reiche.