Würzburg (epd). Kommenden Dienstag (25. Juli) werden in Würzburg zum 33. Mal Stolpersteine zur Erinnerung und zum Gedenken an Opfer der Nationalsozialisten verlegt. Zwischen 8.15 und 16.20 Uhr werden dieses Mal insgesamt 15 Stolpersteine im Stadtgebiet eingesetzt, wie der Würzburger Arbeitskreis Stolpersteine am Dienstag mitteilte. An den verschiedenen Orten beteiligen sich Schülerinnen und Schüler mehrerer Schulen mit Gedenkaktionen. Nach der 33. Verlegung gibt es 696 Stolpersteine in Würzburg - so viele, wie in keiner anderen bayerischen Stadt.

Diesmal stehen die vom Nazi-Regime verfolgten Homosexuellen im Fokus. Um 10 Uhr wird beispielsweise für Georg Burger in der Saalgasse 3 unweit der Alten Mainbrücke ein Stolperstein eingesetzt. Für diesen Stolperstein hat das 31. Ausbildungsseminar der Schule der Bereitschaftspolizei Würzburg die Patenschaft übernommen. Auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) wird dabei sein. Am Dienstagabend um 19 Uhr findet als Rahmenprogramm in der Theaterfabrik Blaue Halle des Mainfrankentheaters die Veranstaltung "Sichtbar - Queere Schicksale im Spiegel der Zeit" statt.

Das Stolpersteine-Projekt des Künstlers Gunter Demnig startete im Jahr 1992 und ist mit mehr als 75.000 Stolpersteinen in mehr als 25 Ländern das größte dezentrale Mahnmal weltweit. Die Steine, kleine quadratische Bronzeplatten in Kopfsteinpflastergröße mit Informationen zu den Personen, werden immer vor den letzten selbstgewählten Wohnorten der NS-Opfer in den Boden eingelassen. Die Stadt mit den zweitmeisten Stolpersteinen in Bayern ist Regensburg mit mehr als 200 Stück. Der Würzburger Arbeitskreis ist seit rund 15 Jahren aktiv.