Eichstätt (epd). Ein Christus-Gemälde aus der Kirche St. Salvator in Bettbrunn (Landkreis Eichstätt) könnte von Lucas Cranach dem Jüngeren stammen. Ob das Gemälde von 1570 tatsächlich ein "echter" Cranach ist, wollen nun Expertinnen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege (LfD) mit neuster Technik feststellen, teilte das Landesamt am Mittwoch mit. Mithilfe von kunsttechnologischer und kunstwissenschaftlicher Untersuchungen erhofften sie sich Erkenntnisse über die gut 450-jährige Geschichte des Tafelbildes. "Wir sind gespannt, ob das Cranach-Gesamtwerk bald um ein Kunstwerk reicher ist", sagte Generalkonservator Mathias Pfeil, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege.

Zum jetzigen Zeitpunkt könne noch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, ob das Bild, auf dem in feiner Schrift "L.C." steht, von dem Meister stammt. Die außerordentliche malerische Qualität sei aber ein Hinweis auf seine Handschrift, heißt es in der Mitteilung. Das Bildmotiv zeigt Christus als "Salvator Mundi", als Retter der Welt - ein Typus, der im Spätmittelalter entstand. Christus hebt die rechte Hand zum Segen, in der linken Hand hält er eine transparente Kugel wie einen herrschaftlichen Reichsapfel, der die Welt symbolisiert. Das Gemälde befindet sich im Besitz der katholischen Pfarreiengemeinschaft Kösching-Kasing-Bettbrunn, teilte das LfD mit. Das habe sich beim Landesamt um eine Überprüfung des Bildes bemüht, sagte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Lucas Cranach der Jüngere wurde 1515 als Sohn des Malers Lucas Cranach des Älteren in Wittenberg geboren, erläutert das Landesamt. Er erlernte die Kunst der Malerei, bevor er nach 1550 die väterliche Werkstatt übernahm. Er schuf Tafelgemälde mit religiösen und profanen Themen, Porträts und Druckgrafiken. Lucas Cranach der Jüngere gilt als Maler der Reformation und hat bedeutende Porträts der Spätrenaissance und des Manierismus geschaffen.