Würzburg (epd). Die Uni Würzburg hilft seit September 2022 mit einem Online-Projekt bei der Ausbildung ukrainischer Medizinstudentinnen und -studenten. Die Zerstörung der Gebäude durch die "ständigen Luftangriffe und Artilleriebeschüsse" sowie dir daraus folgende unzuverlässige Stromversorgung ließen es nicht zu, dass die Studierenden in den ukrainischen Universitäten anwesend seien, sagte die Studiendekanin der Medizinischen Fakultät an der Uni Würzburg, Professor Sarah König, am Dienstag.

Das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte Projekt "UA-Medsat" ermögliche ukrainischen Medizinstudenten, "das Studium mit digitalen Kursangeboten aus Deutschland zu ergänzen", heißt es in der Mitteilung. Mittlerweile beteiligen sich sechs staatliche Universitäten in der Ukraine an dem Projekt, das Lehrpersonal mit ukrainischer Herkunft ist "in ganz Deutschland verteilt". Insgesamt sind es zwölf Dozierende, die sich zeitlich an die Stundenpläne der Partner-Hochschulen anpassen.

Teil des Projekts seien zwei neue Lernmodule, die als Videokonferenzen konzipiert wurden. Im Modul "ärztliche Kommunikation" lernen die angehenden Ärztinnen und Ärzte etwa, welche Gesprächstechniken es gibt, wie sie die Vorgeschichte einer Erkrankung erheben und wie man schwierige Nachrichten überbringt. Im Modul "klinische Entscheidungsfindung" werden Fälle aus verschiedenen Fachrichtungen diskutiert. Dabei gehe es darum, aus Untersuchungsergebnissen eine wahrscheinliche Diagnose abzuleiten.

Seit dem Start im September 2022 wurden mehr als 1.000 ukrainische Studierende über "UA-Medsat" unterrichtet. In diesem Jahr können bereits etwa 2.000 Studentinnen und Studenten in der Ukraine von dem Angebot profitieren. Auch das Folgeprojekt wird vom DAAD gefördert, hieß es.