Fürth (epd). In Bayern haben im Jahr 2022 bayerische Jugendämter über 44 Prozent mehr minderjährige Geflüchtete in Einrichtungen in Schutz genommen, als im Jahr zuvor. Insgesamt stieg die Zahl von Unterbringungen in Notlagen insgesamt um knapp 20 Prozent, teilte das Statistische Landesamt am Mittwoch mit. Solche Maßnahmen würden dazu dienen, zu klären, welche Hilfe Kinder oder Jugendliche in einer Krisensituation bräuchten. Betroffen waren 3.138 Jungen und 1.779 Mädchen.
In Bayern wurden im vergangenen Jahr insgesamt fast 4.917 solcher "vorläufiger Schutzmaßnahmen" für Kinder und Jugendliche durchgeführt, hieß es. Nach den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen traf es laut Statistik zumeist Kinder aus Familien, in denen Eltern mit der Erziehung ihres Kindes oder der Kinder überfordert waren. Dazu zählen 1.496 Fälle. Mehr als zwei Drittel der Minderjährigen seien in einer Einrichtung untergebracht worden, hieß es. Andere kamen in einer betreuten Wohnform oder bei anderen Personen unter.