Erlangen (epd). Der Autor und Übersetzer Christian Filips erhält in diesem Jahr den mit 10.000 Euro dotierten "Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung". Der 41-Jährige, der aus Rheinland-Pfalz stammt und in Berlin lebt, erhält die Auszeichnung dafür, dass seine Übersetzungen "größtmögliche Freiheit und Respekt vor dem Original" miteinander verbänden, teilte die Stadt Erlangen als Preisstifterin am Donnerstag mit. Der Preis wird heuer zum zehnten Mal vergeben und am 24. August zum Auftakt des Erlanger Poetenfests überreicht.
Filips verfüge über eine "Vielzahl sprachlicher Register" wie Dialekte, Soziolekte, Fachsprachen oder auch "historische Sprachstufen", so die Jury. Er übersetze aus dem Englischen, Französischen, Isländischen, Italienischen, Niederländischen sowie Ungarischen - oft in Tandems mit anderen Übersetzern. Besondere Würdigung verdiene sein Engagement als Herausgeber von "Poesie und Übersetzung". Die Jury würdigte zudem Filips breites künstlerisches Schaffen; so ist er auch als Musikdramaturg und Regisseur tätig.
Anlässlich der zehnten Vergabe des Erlanger Literaturpreises erhält außerdem Franz Josef Czernin einen mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis der Jury für sein "poetisch-übersetzerisches Gesamtwerk". Dieses umfasse neben Übersetzungen im engeren Sinne zahlreiche "Verwandlungen", begründete die Jury: "Die Übersetzung wird zum Sonderfall einer metaphorischen Übertragung als Ursprung aller Poesie." Auch dem 71-jährigen Österreicher wird die Auszeichnung am 24. August überreicht.