Straubing, München (epd). Der Bund Naturschutz Bayern (BN) und ostbayerische Bürgerinitiativen rufen am 23. Juli zu zwei Großdemonstrationen gegen den Flächenverbrauch in Bayern auf. Allein in Bayern betrage dieser mehr als zehn Hektar pro Tag, teilte am Dienstag der BN in München mit. Damit liege Bayern "im Spitzenfeld beim Flächenfraß und der Bodenversiegelung" in Deutschland.
Laut der bayerischen Staatsregierung sollen wertvolle Böden im neuen Landesentwicklungsprogramm vorrangig für die Landwirtschaft, die Ernährungssicherung, den Wasserhaushalt und den Klimaschutz erhalten und geschützt werden, führten die Organisatoren aus. Trotzdem würden im niederbayerischen Gäuboden zahlreiche Großbauprojekte wie Straßenneubauten und Ortsumgehungen vorangetrieben. Der Gäuboden aber sei in Bayern eine "einmalige, bisher weitgehend unverbaute, urtypische Landschaft, auf deren Fruchtbarkeit der Reichtum und die Geschichte des Landes aufbaute".
Die teilnehmenden Bürgerinitiativen gründeten sich laut Mitteilung, um den Gäuboden zu erhalten und eine Verbauung zu verhindern. Mit den Demonstrationen wollten sie vor der bayerischen Landtagswahl im Oktober auf eine "landesplanerische Fehlentwicklung" hinweisen und sie verhindern. Zu den Rednern in Obertraubling (11 Uhr) und Geiselhöring (13 Uhr) gehören unter anderem der BN-Ehrenvorsitzende Hubert Weiger und der niederbayerische Musiker Haindling.