München (epd). Zwei Mitglieder des Bayerischen Journalistenverbands (BJV) haben beim Amtsgericht München einen Antrag auf Überprüfung der Abhörmaßnahme gegen ein Pressetelefon der Klimaaktivisten der "Letzten Generation" eingereicht. Ziel sei es, feststellen zu lassen, dass die Überwachung von Gesprächen mit Journalistinnen und Journalisten nicht verhältnismäßig war, teilte der BJV am Montag mit. Der Würzburger Anwalt Chan-jo Jun vertrete die beiden Medienschaffenden, der BJV unterstütze das Vorgehen im Rahmen seines Rechtsschutzes.

"Die Abhörung eines Telefons, auf dem vor allem Journalistinnen und Journalisten anrufen, hätte nie genehmigt, geschweige denn verlängert werden dürfen", sagte der BJV-Vorsitzende Harald Stocker laut Mitteilung. Man erwarte, dass die Justiz dieses Vorgehen als unrechtmäßigen Eingriff in die Pressefreiheit werte, "damit es sich nicht wiederholt". Mehrere BJV-Mitglieder hatten laut Mitteilung auf einen Aufruf des Journalistenverbands reagiert, sich zu melden, falls sie Kontakt zur "Letzten Generation" hatten.

Der Klage der beiden BJV-Mitglieder war Mitte Juli eine weitere Klage von drei Journalisten in gleicher Angelegenheit vorausgegangen. Sie werden von Reporter ohne Grenzen und der Gesellschaft für Freiheitsrechte unterstützt.