17.08.2019
Tiere und Umwelt

"Batnight" in Bayern: Wie Sie Fledermäuse schützen

Fledermäuse suchen sich gerne Unterschlupf in Kirchtürmen oder alten Scheunen. Bei der "Batnight" lernen Sie, wie sie die Tiere schützen können.
Fledermaus bei Nacht
Großes Mausohr Fledermaus (Myotis myotis) auf der nächtlichen Jagd. Fledermäuse sind einzigartige Tiere: Im Sommer machen sie sich von Kirchtürmen aus auf Beutefang, im Winter hängen sie kopfüber an Höhlendecken oder kriechen in Steinritzen. Dann werden sie von Naturschützern gezählt.

In Bayern gibt es insgesamt 24 Fledermausarten. Alle sind nach Angaben des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) gefährdet. Mit der "Batnight" am 25. und 26. August will der  Landesbund auf die Bedrohung der außergewöhnlichen Tiere aufmerksam machen.

Im Rahmen der Europäischen Batnight können Naturfreunde die Welt der Fledermäuse mit allen Sinnen bei bayernweit 28 verschiedenen Veranstaltungen kennenlernen. Exkursionen mit dem Bat-Detektor, Fledermausinfostände oder Feste gehören dazu.

Die schwarzen Silhouetten der Flugkünstler in der Dämmerung oder am Nachthimmel sind nicht immer leicht zu erkennen. Auf geführten Fledermauswanderungen mache man mit einem Ultraschall-Detektor die ultrahochfrequenten Rufe der Fledermäuse hörbar, erklärte LBV-Biologin Anne Schneider. So könnten die Tiere einfacher aufgespürt und beobachtet werden.

"Hauptursache für die Gefährdung der heimischen Fledermausarten ist der Verlust von geeigneten Lebensräumen. Sie brauchen alte Baumbestände, die den Tieren mit Höhlen und Ritzen vielfältigen Unterschlupf gewähren", sagte Schneider. Zum Schutz der Tiere könne aber nahezu jeder beitragen: Man könne Fledermauskästen als künstliche Quartiere anlegen, auf Pestizide verzichten oder einen Garten oder den Balkon mit heimischen Stauden gestalten, die nachtaktive Insektenarten anlocken.

Alle bayernweiten Fledermausveranstaltungen sind unter und unter www.lbv.de/batnight abrufbar.

Was tun, wenn Sie eine Fledermaus finden?

Der Landesbund für Vogelschutz gibt folgende Ratschläge:

  1. Fassen Sie eine Fledermaus immer nur mit Handschuhen oder einem sonstigen Schutz gegen Bisse an! Die Wahrscheinlichkeit, sich durch einen Fledermausbiss mit Tollwut zu infizieren, ist zwar äußerst gering. Viele Arten können jedoch kräftig und schmerzhaft beißen. 
  2. Setzen Sie das Tier möglichst schnell in eine Notfallkiste, zum Beispiel in eine Schachtel. Legen Sie ein Tuch mit hinein. Verschließen Sie die Schachtel sehr gut, z. B. mit Klebe- oder Gummiband. Ein Zentimeter genügt den kleinen Arten zum Entkommen!
  3. Im Winter sollte die Notfallkiste in einen etwa 5 bis 10°C kühlen Raum gestellt werden, im Sommer sollte sie bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.
  4. Geben Sie dem Tier Wasser mit Pipette oder Teelöffel seitlich an die Maulspalte.
  5. Benachrichtigen Sie dann einen Fledermaus-Fachmann.
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