Möchtest du nach der Schule einen Freiwilligendienst machen? Es gibt viele Möglichkeiten, sich als Freiwillige zu engagieren. Ein Überblick.
Freiwilligendienst. Was ist das eigentlich?
Den Begriff Freiwilligendienst verbindet man oft mit dem früheren Zivildienst, den man anstelle der Wehrpflicht von 1961 bis 2011 als 18-jähriger junger Mann absolvieren musste. Doch ein Freiwilligendienst bietet mittlerweile viele Chancen, sich weiterzubilden oder neue Erfahrungen zu sammeln.
Der Freiwilligendienst wird bei vielen als gute Brücke zwischen Schule und Beruf oder Studium angesehen, weil man sich persönlich stark weiterentwickeln kann. Vor allem für junge Menschen, die noch nicht wissen, wofür sie sich interessieren oder wohin es sie zieht, kann dieser Schritt besonders wertvoll sein. Bei einem Freiwilligendienst übernimmt man soziale und gesellschaftliche Verantwortung und sammelt Erfahrungen, die man sonst vielleicht nicht in dieser Art machen würde.
FSJ, FÖJ, BFD & Co.?
FSJ, FÖJ und BFD sind gesetzlich geregelte Freiwilligendienste, die sich in Altersgrenze, Einsatzbereich und organisatorischer Struktur unterscheiden. Gemeinsam haben sie, dass sie der persönlichen Entwicklung und dem Gemeinwohl dienen.
Während des Freiwilligendienstes gibt es außerdem Seminartage, bei denen man sich mit anderen Freiwilligen austauscht und gemeinsam Zeit verbringt. Beim FSJ und FÖJ sind es in der Regel 25 Seminartage, im Bundesfreiwilligendienst 30 Tage.
Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)
Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist der bekannteste Freiwilligendienst. Wie der Begriff schon sagt, geht es darum, sich für ein halbes oder ein ganzes Jahr im sozialen Bereich zu engagieren. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und reichen beispielsweise von einem Kindergarten bis hin zum Rettungsdienst.
Freiwilligenjahr Kultur und Medien
Das FSJ Kultur ist ein spezieller Bereich des Freiwilligen Sozialen Jahres. Es ermöglicht jungen Menschen, ein Jahr lang in Kultur- und Bildungseinrichtungen oder im Medienbereich mitzuarbeiten. Dabei geht es unter anderem um Berufsorientierung, Kompetenzerwerb und das Kennenlernen kultureller Arbeitsfelder.
Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
Während eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) können Jugendliche in verschiedenen Bereichen des Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes tätig sein.
Bundesfreiwilligendienst (BFD)
Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) unterscheidet sich in einigen Punkten vom FSJ. Beide Dienste bieten pädagogische Begleitung, Taschengeld, Sozialversicherung und Bildungsseminare. Sie unterscheiden sich jedoch unter anderem bei der Organisation, den Altersgrenzen und der Möglichkeit, den Dienst zu wiederholen. Der BFD steht Menschen aller Altersgruppen offen, bietet vielfältige Einsatzbereiche und kann unter bestimmten Voraussetzungen auch in Teilzeit absolviert werden.
Manche Freiwilligendienste kann man auch im Ausland absolvieren.
Welcher Freiwilligendienst passt zu mir?
Welcher Freiwilligendienst zu dir persönlich passt, hängt ganz von deinen Interessen und persönlichen Stärken ab. Auch die Frage, wie lange du den Freiwilligendienst absolvieren möchtest und welche Möglichkeiten in deiner Nähe verfügbar sind, kann eine Rolle spielen.
Wenn du noch unentschlossen bist, gibt es auch Online-Tests, die dir dabei helfen können, dich selbst besser einzuschätzen und herauszufinden, welcher Bereich zu dir passen könnte.
Von der Suche bis zur Bewerbung
Es gibt mehrere Online-Plattformen, auf denen man Stellen für einen Freiwilligendienst finden kann. Bundesfreiwilligendienst.de, Freiwilligen JA und die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit bieten ebenfalls eine Vielzahl von Stellenangeboten für den Bundesfreiwilligendienst.
Für eine Bewerbung brauchst du verschiedene Unterlagen. Dazu gehören unter anderem dein Lebenslauf, dein letztes Schulzeugnis oder ein Ausbildungsnachweis sowie ein Bewerbungs- oder Motivationsschreiben. Manche Stellen verlangen zusätzlich ein erweitertes Führungszeugnis.
Was man vor der Entscheidung wissen sollte
Du bekommst bei einem Freiwilligendienst kein Gehalt wie bei einem normalen Job oder einer Ausbildung, sondern Taschengeld. Die Höhe kann je nach Dienst und Einsatzstelle variieren, meist sind es rund 400-500 Euro monatlich.
In der Regel hast du 30 Urlaubstage. Die Arbeitszeit umfasst häufig 39 Stunden pro Woche. Auch das kann sich jedoch je nach Einsatzstelle unterscheiden.
Ein Freiwilligendienst bietet damit nicht nur die Möglichkeit, sich sozial oder gesellschaftlich zu engagieren, sondern kann auch dabei helfen, neue Erfahrungen zu sammeln, sich persönlich weiterzuentwickeln und herauszufinden, welcher berufliche Weg zu einem passt.