Das Rehadorf ADI Negev Nahalat Eran im Süden Israels, in der Wüste Negev, wird auch als "Juwel des Negev" bezeichnet. ADI ist die Abkürzung für "Ability, Diversity, Inclusion" (Fähigkeit, Vielfalt, Inklusion). Fast 400 Bewohner und Bewohnerinnen mit schwersten Behinderungen sind hier zuhause und in die Dorfgemeinschaft eingebunden. Schon im Kindergarten lernen Kinder mit und ohne Behinderung zusammen, dann in der Schule, es gibt ein Rehabilitations-krankenhaus und ein Sport- und Gemeindezentrum.

"Das ist eine weitere Gelegenheit, Menschen zu uns zu holen aus der Gemeinde, um als Gemeinschaft Sport zu machen und Menschen zu begegnen mit Behinderungen und die Vorbehalte ihnen gegenüber zu nehmen."

Dina Rahamim ist ein Teil der Gemeinschaft. Sie ist für ADI im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising tätig. Die in Russland geborene Jüdin ist in Deutschland aufgewachsen und vor neun  Jahren mit ihrem Ehemann nach Israel gezogen. Ihr Job erfüllt sie sehr, weil sie jeden Tag viel Dankbarkeit und Liebe von Menschen mit schwersten Behinderungen bekommt. Und sie hilft ihnen zusammen mit den anderen Mitarbeitenden und Freiwilligen, eine größtmögliche Teilnahme an einem normalen Leben zu ermöglichen. 

 

Dina Rahamim
Kommunikationsmanagerin des Pflegenetzwerkes ADI Jerusalem und ADI Negev Nahalat Eran

Freiwilligenarbeit in Israel

Eine dieser Freiwilligen ist Anna Riabchenko. Neun Monate lang hat sie am zweiten Standort von ADI in Jerusalem mitgearbeitet. Über "Dienste in Israel" hatte sie sich für Freiwilligenarbeit beworben. Als sie erfuhr, dass sie schwerbehinderten Menschen betreuen sollte, war sie  erst mal ein bisschen schockiert. Doch als überzeugte Christin wusste sie, mit Gottes Hilfe würde sie das schaffen:

"Als ich dann dort hingeflogen bin und die Kinder und Erwachsenen gesehen habe, das war Liebe auf den ersten Blick und es war alles so natürlich und ein riesen Segen."

Auch für die Bewohner und Bewohnerinnen von ADI Jerusalem. Anna hat sie gewaschen, angezogen, ihnen zu essen gegeben und viele tiefe Freundschaften geschlossen. In dieser Zeit hat sie nicht nur erlebt, wie Inklusion im Alltag gelebt wird, sondern auch Koexistenz.

Gelebte Inklusion und Koexistenz

Ein friedliches Miteinander funktioniert auch in Israel, obwohl man davon leider immer viel zu wenig hört, findet Dina Rahamim:

"Wir haben christliche, jüdische, arabische Mitmenschen, Drusen und Beduinen. Sowohl bei den Bewohnern als auch im Team haben wir diese Mutlikulturalität und es funktioniert."

Denn die Politik wird vor der Tür gelassen. Hier zählt allein der Mensch, unabhängig von Herkunft, Religion, Errungenschaften oder Befähigungen. Hier ist jeder gleich wertvoll. 

Im Podcast und erfahrt ihr mehr über das Zusammenleben, Zukunftsperspektiven, die Forschungsarbeit  und welche Jobs es in ADI Negev Nahalat Eran derzeit gibt. Außerdem erzählt Dina Rahamim, wie  das Dorf, das nur 20 km entfernt von Gaza liegt,  das Massaker vom 7. Oktober 2023 erlebt hat.

 

Wer mehr über den Verein der Freunde von ADI Negev-Nahalat Eran in Deutschland e.V. oder spenden möchte, Infos unter www.adi-il.de