Intro
Trauern und weinen. Zurückschauen. Etwas Kostbares bewahren. Am Volkstrauertag geschieht das auch an manchen Grabstätten. Um Heldentum geht es dabei nicht. Um Würde
schon, um Menschenrecht, um gerechten Frieden schon. Die beiden biblischen Frauen, die wir Ihnen heute vorstellen, liebe Hörerinnen und Hörer, stehen mit ihren Geschichten dafür ein. Beginnen wir mit Rahel.
Rahel – wenn das Leben hauchdünn wird
Eine Frau zum Sterben schön. Rahel. Ihr Name bedeutet "Mutterschaf". Aber Mutter wird sie erst sehr spät. Endlose Jahre wartet sie und leidet. Und mit ihr Jakob, ihr Mann. Für ihn ist und bleibt sie seine große Liebe. Auch ohne Kinder. Und dann wie durch ein Wunder mit. Denn so geht die biblische Geschichte weiter: Rahel bringt ihr erstes Kind zur Welt, Josef. Einige Jahre später wird sie wieder schwanger, mit Benjamin. Das schönste Leben liegt vor ihnen.
Und genau da wird es enden.
Hochschwanger ist Rahel mit der Großfamilie unterwegs, auf der Suche nach Heimat und Sicherheit.
Ich sehe in ihr eine Flüchtlingsfrau – durch alle Jahrhunderte und alle Länder hindurch. Ein langer Zug von jungen Mädchen, werdenden Müttern, und Rahel ist eine von ihnen.
In der Gegend von Bethlehem setzen die Wehen ein.
Und sie gebar ihren zweiten Sohn.
(…) als es noch eine Strecke Weges war bis Efrata, da gebar Rahel. Und es kam sie hart an über der Geburt. Da ihr aber die Geburt so schwer wurde, sprach die Hebamme zu ihr: Fürchte dich nicht, denn auch diesmal wirst du einen Sohn haben. Als ihr aber das Leben entwich und sie sterben musste, nannte sie ihn Ben-Oni, aber sein Vater nannte ihn Ben-Jamin. So starb Rahel und wurde begraben an dem Wege nach Efrata, das nun Bethlehem heißt. Und Jakob richtete einen Stein auf über ihrem Grab; das ist das Grabmal Rahels bis auf diesen Tag. (1.Mose 35,16-20)
Neben allen Schrecknissen dieser Welt, neben Mord- und Totschlag, Terror und Krieg, Flut und Erdbeben - neben all dem berührt es uns besonders, wenn eine Mutter bei der Geburt ihres Kindes stirbt. In diesem Teil der Erde geschieht das so gut wie nie. In Afrika, Südasien aber durchaus. Jahr für Jahr sterben etwa 400.000 Frauen während der Schwangerschaft, unter der Geburt, im Wochenbett. Eine halbe Million mutterlose Kinder, eine halbe Million trauernde Väter. Jedes Jahr. Als schaute der Himmel einfach so zu. Oder weg.
Fürchte dich nicht, sagt die Hebamme unter der Geburt zu Rahel.
Fürchte dich nicht – das ist immer ein Engels-Wort, ein Himmels-Wort von Gott. In die Momente hineingesprochen, wo das Leben hauchdünn wird.
Im Rhythmus von Geboren-Werden und Sterben - und für Frauen auch im Rhythmus von Gebären und Sterben – brauchen wir diese Worte. Wir brauchen einen Menschen, der sie sagt. Begleiterinnen und Begleiter beim Sterben. Und beim Gebären. Hebammen, Sterbeammen. Ein altes Wort für Hebamme lautet: Wehmutter.
Und sie gebar ihren zweiten Sohn.
Sterbend nennt Rahel das Kind: Ben-Oni, Sohn meines Unglücks, Schmerzenskind.
Aber Jakob sieht sie und sieht das Kind und sagt: Nein, nicht Sohn des Unglücks, nicht Schmerzenskind soll er heißen. Ben-Jamin, Sohn des Südens, Sohn des Glücks, Glückskind soll er heißen.
Dieses Kind soll sich niemals verantwortlich fühlen für den Tod der Mutter. Keine Schuldgefühle. Die Kinder können nichts für die Vergangenheit.
Obwohl Jakob gerade die Liebe seines Lebens zu Grabe trägt, schaut er auf das Leben. Es ist, als würde er nicht nur dem Kind, sondern seinem eigenen Leben einen neuen Namen geben. Damit es nicht im Tod und im Unglück erstarrt.
Es soll kein Unglücks-Leben werden, kein Dauer-Schmerz. Nicht das Ende von allem.
Ich stelle mir vor: Ben-Jamin, Sohn des Glücks wird einmal am Grab der Mutter stehen. Er sieht, wie traurig sein Vater immer wieder ist und sein großer Bruder.
Und er sieht: Wir leben.
Lots Frau schaut zurück
"Und Lots Frau sah hinter sich und ward zur Salzsäule" (Genesis 19, 26).
Dieser eine Satz aus dem ersten Buch der Bibel schreibt eine Frau für alle Ewigkeit ins Gedächtnis der Menschheit. Sie hat keinen Namen, sie ist die Frau von. Und Lot heißt auch nur so viel wie "Hülle"- die Frau eines Mannes, der nur Hülle heißt, ist sie. Sie hätte nicht hinter sich sehen dürfen, sie hätte sich nicht umdrehen dürfen und wie gebannt auf das starren, was da geschieht. Dass sie dann er-starrt zur Salzsäule - eine Felsformation südlich des Toten Meeres ist bis heute zu sehen und soll an Lots Frau erinnern– und das sei eine Strafe Gottes. Sie habe ihm den Gehorsam verweigert, Gott habe sie schließlich gewarnt, sich auf keinen Fall umzudrehen.
Das ist eine der abscheulichsten Deutungen einer Trauergeschichte, liebe Hörerinnen und Hörer. Befehl und Gehorsam haben hier nichts zu suchen.
Als die Sonne über dem Land aufgegangen und Lot in Zoar angekommen war, ließ der Herr auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer regnen,…vom Himmel herab. Er vernichtete von Grund auf jene Städte und die ganze Gegend, auch alle Einwohner der Städte und alles, was auf den Feldern wuchs. Als Lots Frau zurückblickte, wurde sie zur Salzsäule. (Gen 19, 23-26)
Lots Frau hat Gründe, sich umzudrehen, die die Geschichte nicht erzählt. Aber wir kennen sie aus eigener Erfahrung oder aus Erzählungen anderer. Sie ist die Überlebende eines Feuersturms, in dem die Städte Sodom und Gomorrha untergehen. Das erzählt die Geschichte ausführlich. Die Geretteten, zu denen Lots Frau mit ihrer Familie gehört, entkommen, überleben zwar. Und bleiben doch für immer Gezeichnete. Es gibt die Überlebensschuld. Eine ganz schwere und zugleich kostbare Empfindung, zu der Menschen fähig sind. Man ist durchgekommen. Es gibt keinen höheren Grund, warum gerade ich überlebt habe und andere nicht. Und die Trauer um diese toten Menschen wird ein Leben lang meine Seele erfüllen. Mich in großer Treue an sie binden. Ich will und kann sie nicht vergessen. Ich muss zu ihnen hinschauen, ich muss zurückschauen. Und dann erzählen, was passiert ist, damit es nie wieder geschehen muss.
Es gibt bestimmt noch andere Gründe, warum Frau Lot sich umdreht. Aus Kummer vielleicht - um das eigene Haus, das sie zurücklassen muss, um die eine schöne Silberschale, die sie geliebt hat. Aus Angst, verfolgt zu werden…So malt sich das
die Lyrikerin Wislawa Szymborska aus, in einem Gedicht.
Angeblich sah ich zurück aus Neugier.
Außer der Neugier hätt ich auch andere Gründe haben können.
Ich sah zurück, weil mir die Silberschale leid tat.
Versehentlich – als ich den Riemen festband an der Sandale.
Um nicht noch länger in den gerechten Nacken Lots, meines Mannes, zu blicken.
Aus plötzlicher Überzeugung, er hielte nicht einmal an,
wenn ich stürbe.
Aus Ungehorsam der Demutsvollen.
Auf die Verfolger lauschend.
Gerührt von der Stille, hoffend, Gott habe seinen Beschluss geändert.
(...)
Ich sah zurück, als ich das Bündel zu Boden legte.
Ich sah zurück vor Angst, wohin die Schritte lenken.
(...)
Ich sah aus Verlassenheit zurück.
Aus Scham, ich hätte zu eilig die Flucht ergriffen.
Aus Lust, jetzt aufzuschreien, umzukehren…
(...).[1]
Lots Frau dreht sich um. Sie schaut hin, sie schont sich nicht. Sie nimmt es auf sich, zu wissen und zu bezeugen, was geschehen ist. Wer jemals Menschen zugehört hat, die diese Bürde der Zeugenschaft auf sich nehmen, weiß, wie schwer und kostbar zugleich dieses Hinschauen und Weitererzählen ist. Wenn wir sie einmal nicht mehr brauchen, die Zeitzeugen, wird Frieden sein. Und zugleich denke ich, Frieden beginnt, wenn sie anfangen zu erzählen. Wenn sie nicht zu Rache und Vergeltung aufrufen. Sondern aus Liebe und Treue zu denen, die zurückgeblieben sind, uns beschwören: das darf sich nicht wiederholen! Das Leben ist kostbar! Können wir das heute sein, Zeuginnen und Zeugen des Grauens, die mittrauern und doch Frieden stiften? Können wir das sein für Gaza und Israel, für die Menschen in der Ukraine und auch für die in Russland? Alle trauern um ihre toten Soldaten oder bangen um die, die kämpfen.
Rahel weint
Rahel. Woche für Woche am Schabbat erklingt ihr Name in vielen Häusern. Erst gestern wieder. Im Segen der Erzmütter. Er wird in jüdischen Familien am Schabbat über die Töchter gesprochen: Möge Gott dich machen wie Sara, Rebekka, Rahel und Lea. Gott segne dich. In diesem Segen bleibt Rahel lebendig.
Und noch auf eine andere Weise. In ihren Tränen. Durch alle Jahrhunderte hindurch, immer, wenn es Israel schlecht geht, verbinden sie sich mit dieser Erzmutter. Rahels Grab ist bis heute eine der wichtigsten Pilgerstätten im Judentum. Und auch in der christlichen und muslimischen Religion.
Rahel ist also zum einen die sterbende Mutter. Und sie ist die weinende Mutter.
Rahel weint. Um ihre nicht geborenen Kinder. Die Kinder, die sie verloren hat. Stille Geburten. Rahel weint um ihre Sternenkinder.
Und Rahel weint weiter um die Söhne, in allen Kriegen der Welt gefallen, verschleppt, verwundet, ermordet. Und um die Töchter, verachtet, missbraucht, getötet.
Man hört Klagegeschrei und bittres Weinen in Rama: Rahel weint über ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen über ihre Kinder; denn es ist aus mit ihnen. (Jeremia 31, 15)
So erinnert zu seiner Zeit der Prophet Jeremia an Rahel.
Der Krieg ist vorbei. Verloren. Jerusalem ist erobert. Aller Reichtum, alle Schätze und die Menschen verlassen die Stadt. Sie werden deportiert. Männer, Frauen, Kinder – ein langer Zug zieht von Rama aus Richtung Osten.
Und Rahel weint. Wehmutter und Klagefrau, Schmerzensmutter. Sie schreit und weint so lange, bis das Leben neue Kraft findet.
Jeremia vertraut darauf.
Lass dein Schreien und Weinen und die Tränen deiner Augen; denn deine Mühe wird belohnt werden, spricht der HERR. Sie sollen wiederkommen aus dem Lande des Feindes, und es gibt eine Hoffnung für deine Zukunft, spricht der HERR: Deine Kinder sollen wieder in ihre Heimat kommen. (Jeremia 31,16-17)
Wenn Geiseln freigelassen werden und heimkommen, wenn Familien ihre Toten bestatten können, wenn viele zurückkehren in ihr Heimatland, wenn die Waffen ruhen – wenn das so sein wird, überall in der Welt, dann werden Rahels Tränen trocknen.
Jeremia hat das erwartet.
Viele warten darauf.
Zugleich wissen wir: Es geschieht weiter. Solange größenwahnsinnige Machthaber irgendwo auf der Erde das Sagen haben. So lange kommt Gott als Friedefürst zur Welt. Im Stall von Bethlehem. Ganz nahe bei Rahels Grab.
In knapp sechs Wochen werden wir Weihnachten feiern. Mit Stern und Stall. Mit Hirten und Weisen. Und der grausame König Herodes gehört auch dazu. So grausam muss er gewesen sein, dass ihm alles zuzutrauen ist: Auch das planmäßige Töten von kleinen Jungen, jünger als zwei Jahre.
Der Kindermord des Herodes ist nicht historisch, solche Gewalt, solch schamloses Blutvergießen aber schon. Der Evangelist Matthäus erzählt von Herodes´ Wut und vom Hass als zerstörerischer Gegenkraft zur - neugeborenen - Liebe Gottes. Aus Angst vor Machtverlust gibt Herodes den Befehl:
…und ließ alle Knaben in Bethlehem töten und in der ganzen Gegend, die zweijährig und darunter waren, (…). Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der da spricht: "In Rama hat man ein Geschrei gehört, viel Weinen und Wehklagen; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen." (Matthäus 2, 16-18)
Was kann man der Herodes-Macht entgegensetzen? Rahel weint.
Es sind unendlich viele Rahels, die weinen. Die gegen den eiskalten Herodes heiße Tränen vergießen. Und schreien.
Ihre Zahl ist groß wie ein ganzes Volk, das trauert. Gemeinsam weinen und schreien. Gegen die Herodes-Mächte in der Welt, gegen den Hass.
Das entdecke ich bei Rahel: In aller Verzweiflung einen Schrei erfinden, der zeigt: Du treibst uns nicht die Hoffnung aus.
So geht etwas von Rahels Geschichte weiter. In ihrem Hoffen und in ihrem Weinen.
Das Salz der Tränen
"Wenn du nur zurückschaust, wirst du erstarren wie Lots Frau"! Das hat ein guter Freund zu mir gesagt, als ich mich vor Heimweh verzehrte nach Siebenbürgen, kurz nach unserer Ausreise. Und auch mit dieser Schuld zu kämpfen hatte. "Habe ich die im Stich gelassen, die dort geblieben sind"? Ja, es gibt die Gefahr, zu erstarren in Trauer, im Schrecken, im gebannten Blick auf eine Katastrophe. Gottes Verbot: Bring dich in Sicherheit, es geht um dein Leben. Sieh dich nicht um, und bleib in der ganzen Gegend nicht stehen! (Gen 19, 17)
Dieses Gebotverbot ist göttliche Seelsorge. Der Preis deiner Anteilnahme könnte zu hoch sein, du wirst für dein eigenes Leben nicht mehr frei sein. Und der Anblick des Grauens könnte dir nicht nur für einen Moment, sondern für immer den Atem verschlagen. Dieser Blick zu viel kann erstarren lassen, das erzählt auch Frau Lot. Soldaten, die aus einem Krieg heimkehren, bringen diesen Blick mit. Und schweigen und leiden und finden oft nicht zurück in ihr Leben. Wie viele sind es allein in unserem Land heute? Der Einsatz etwa in Afghanistan hat viele diesen Preis zahlen lassen. An sie und ihre Familien denke ich heute. Alle Hilfe, die nötig ist, möge ihnen zuteil werden. Auch Menschen auf der Flucht, wie Frau Lot, können zu viel gesehen haben und auf der Strecke bleiben. Auch an sie denke ich heute. Auch sie brauchen unsere Hilfe, unser Verständnis - um so viel mehr als in den Mühlen der Bürokratie unterzugehen.
Der Blick zuviel oder erst gar nicht hinschauen. Wegschauen. Nicht wissen wollen. So tun, als sei da nichts oder als sei es eben ganz normal – göttliche Strafe, verdiente Strafe. Beides ist eine Gefahr. Gibt es etwas dazwischen?
Dass untergehen muss, was unrecht ist – das ist göttliche Gerechtigkeit. Darüber können wir jubeln und froh sein, wenn es geschieht. Darauf hoffen wir doch jeden Tag. Aber jubeln können wir doch nicht, wenn es das ganze Leben dort mit in den Abgrund reißt. Deshalb ist das Salz der Salzsäule gehaltvoll, liebe Hörerinnen und Hörer. Es erzählt nicht nur von Erstarrung. Es könnte auch das Salz geweinter Tränen sein. Viele geweinte Tränen. Dieses zutiefst menschliche Vermögen, dass wir mitfühlen, mittrauern, mitleiden. Dass uns Leid niemals kalt lässt – dafür steht doch auch die namenlose Frau Lot. Sie ist mir sehr lieb geworden. Sie macht mir Mut. Hinzusehen, zu weinen. Und zu erleben: ich muss dabei nicht erstarren. Sie ist für mich wie eine Schwester, die zu Jesus gehört. Der sich auch als Mann keine Träne verkneift und am Elend anderer nicht teilnahmslos vorbeigeht. Er sagt uns: Ihr seid das Salz der Erde"! Das bekommt für mich durch die Tränensalzsäule von Frau Lot noch mal eine ganz andere Tiefe.
Salz der Erde sind wir dort, wo wir mitfühlen und klug handeln. Um diese Gabe bitte ich heute am Volkstrauertag. Und stelle mich neben Frau Lot. Zurückschauen, beweinen hat seine Zeit. Und nach vorne schauen, Weitergehen hat seine Zeit.
Outro
Denkmäler, Gräber, Stolpersteine.
Diese Orte sind wichtig. Sie sind sichtbar. Ich kann zu ihnen hingehen, mich dem Schrecken stellen. Und wieder fortgehen. Ins Leben. In das Leben, das Weinen und Lachen kennt, Trauern und Trösten. Blessed are the tears they´ve cried, singt die Liedermacherin Joan Baez. Gott segne alle geweinten Tränen und führe die traurigen Seelen in ein weites Land, in den Frieden.
Vater unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.
Segen
Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
[1] Wislawa Szymborska, Deshalb leben wir, 5. Auflage 1997, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, copyright by Wislawa Szymborska 1951, 1972, 1980, Warszawa, aus dem Gedicht "Lots Frau”, S. 57