13.05.2017
LWB Namibia

Vollversammlung des Weltbunds diskutiert über Erlösung

Das Streben nach Geld und Wohlstand auch viele Kirchen erreicht - das findet die indische Theologin Monica Melanchthon. Beim Treffen des Lutherischen Weltbundes in Namibia sprach sie über Erlösung.
Fahne mit Salvation

Windhuk (epd). Nach Ansicht der indischen Theologin Monica Melanchthon ist Erlösung ein Geschenk Gottes und kann nicht gekauft werden. Sie kritisierte vor der im namibischen Windhuk tagenden Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in ihrem Vortrag zum Thema "Erlösung - Für Geld nicht zu haben" vor 400 Delegierten, dass das Streben nach Geld und Wohlstand auch viele Kirchen erreicht habe. 

Deutsche Kirchen sind reich im Vergleich zu anderen


Eva Hadem, lutherische Pfarrerin aus Magdeburg, sagte auf dem Podium, dass Finanzen in Deutschland ein großes Thema seien. Die Kirchen in den neuen Bundesländern hätten auch mehr als 25 Jahre nach dem Fall der Mauer weniger Mittel zur Verfügung. Wenn man sich aber mit anderen Kirchen auf der Welt vergleiche, "sind wir reich", sagte Hadem. 

Die Jugenddelegierte von der bayerischen evangelischen Landeskirche, Paula Göhre, merkte bei der anschließenden Diskussion im Plenum an, dass materielles Wohl wichtig sei. Bildung etwa habe seine Grenzen, wenn die Menschen nicht genug hätten, um sie sich leisten zu können. 

Pfarrerin Hadem verwies auch auf die zunehmende Säkularisierung in Deutschland. In Magdeburg seien beispielsweise nur noch neun Prozent der Menschen Christen. In den 1950er Jahren seien es noch 85 Prozent gewesen. Deutschland steht damit beispielhaft für das, was LWB-Generalsekretär Martin Junge tags zuvor in seinem Bericht betont hatte.

Die Kirchengemeinschaft ist laut Junge in den vergangenen sieben Jahren um rund vier Millionen Lutheraner gewachsen. Dabei gebe es aber ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Erstmals kämen die größten LWB-Mitgliedskirchen nicht aus dem nordatlantischen Bereich, sondern aus Afrika, sagte Junge. 

Die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes dauert bis zum 16. Mai. Unter den 800 Teilnehmern sind auch viele Deutsche. Der LWB repräsentiert nach eigenen Angaben rund 74 Millionen Christen in 98 Ländern und 145 Kirchen. 

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Vor der 12. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Namibia hat Bischof Frank Otfried July die Bedeutung des Treffen für die Ökumene betont. "Die lutherischen Kirchen haben lange und Mut machende Erfahrungen in Dialogprozessen, insbesondere mit der römisch-katholischen Kirche", sagte der württembergische Landesbischof, der auch Vizepräsident des LWB ist. Besondere Bedeutung komme der internationalen Begegnung im Jahr des 500. Reformationsjubiläums zu.