1. Ewig Sommer – Franziska Gänsler
Eine einsame Hotelbesitzerin bietet einer Frau und ihrer kleinen Tochter Zuflucht in einem längst von Tourist:innen verlassenen Dorf. Es sind über 40 Grad im Oktober, der Wald brennt seit Tagen und Klimaaktivist:innen campen auf niedergebrannten Wiesen. Inmitten dieser surrealen und bedrohlichen Lage kommen sich die beiden Frauen in ihren 30ern näher. Die Hotelbesitzerin beginnt sich zu fragen, ob Mutter und Tochter in Gefahr sind und womöglich vor etwas oder jemandem auf der Flucht sind.
Franziska Gänsler gelingt es, zwischen den Zeilen ihres Romans eine große Anspannung aufzubauen und dennoch Momente von Zärtlichkeit, Nähe und Zwischenmenschlichkeit zu schaffen. Ein Buch, das sich so zügig lesen lässt, dass es sich auch für einen Wochenendtrip wunderbar eignet.
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2. Wir kommen zurecht – Annika Büsing
Es ist der Sommer, in dem Phillip sein Abitur macht. Der stille Jugendliche lebt privilegiert mit seinem Vater, einem Chirurgen, und dessen neuer Partnerin. Phillips Mutter kämpft seit Jahren mit ihrer mentalen Gesundheit und spielt nur noch eine untergeordnete Rolle in seinem Leben. Von den unklaren Erinnerungen an sie und seine kreisenden Gedanken erzählt er weder seinem besten Freund Lorenz noch Mascha, seiner Liebhaberin, die Studentin ist. Als seine Mutter jedoch polizeilich gesucht wird, gerät Philipps Beherrschtheit ins Wanken.
Ungeschönt und pointiert beschreibt Annika Büsing einen Jugendlichen, der in seiner Entwicklung zwischen den Stühlen steht und nicht weiß, wie er für sich einstehen soll. Ein Coming-of-Age-Roman, der wie kein anderer die mentale Gesundheit der eigenen Eltern thematisiert und die Gefühle junger Männer von einer Schwäche zu einer Stärke erhebt.
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3. Glühen – Theodora Bauer
Lima sucht eine Ausflucht aus ihrem Alltag und den Diskursen an der Universität und findet sie in einer kleinen Hütte in den Alpen. Ohne Plan und ohne Vorhaben streift sie durch die heiße, alpine Landschaft, um ihren Kopf von den Krisen der Welt und der Kompliziertheit des eigenen Lebens frei zu bekommen. Dabei trifft sie auf Michael, einen jungen Mann, der auf dem Berg mit einer Sense Heu mäht.
Theodora Bauers Roman liest sich wie ein Traum, den man haben könnte, während man kurz in der Sonne wegnickt. Die Autorin schafft es, auf wenigen Seiten viel Zeitgeist einzuflechten, ohne dass die Geschichte oder die Protagonistin überspitzt wirken. Ein Buch über weibliches Begehren, alpinen Charme und Hitze.
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4. Das letzte Einhorn – Peter S. Beagle
Aus einer plötzlichen Sehnsucht heraus beschließt ein Einhorn, seine Artgenoss:innen zu suchen, und verlässt dafür zum ersten Mal seit langer Zeit seinen heimischen Wald. Auf seinem Weg kommt es dem bösen König Haggard näher, muss sich allerlei Gefahren stellen und findet Wegbegleiter:innen: den untalentierten Zauberer Schmendrick und die willensstarke Molly Grue.
"Das letzte Einhorn" ist ein Fantasy-Klassiker aus dem Jahr 1968, der sich perfekt als entspannte Lektüre am Strand oder auf dem Balkon eignet. Peter S. Beagles Buch erzählt von einer fantastischen Welt, die viele Elemente des Märchens enthält. Auf den ersten Blick ist es für Kinder und Jugendliche, gleichzeitig sind sich die Figuren auf einer Metaebene ihrer Rollen als Teil eines Märchens bewusst und schaffen so für Leser:innen aller Altersstufen eine spannende, witzige und herzzerreißende Geschichte voller Lebensweisheiten.
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5. Die spürst du nicht – Daniel Glattauer
Zwei wohlhabende Familien verbringen ihren Sommerurlaub in der Toskana und nehmen die Freundin der 14-jährigen Tochter Sophie-Louise mit. Aayana ist ein zurückhaltendes Mädchen mit Fluchterfahrung. Schon am ersten Abend, als sie bei Prosecco und Antipasti sitzen, fällt Aayana unbeaufsichtigt in den Pool, und der idyllische Urlaub findet ein jähes Ende.
Im Laufe des Romans werden sowohl die Verkettung von Ereignissen, die zu dieser Katastrophe führen konnten, als auch die rechtliche und mediale Reaktion aufgedeckt. Dabei wirft Daniel Glattauer große moralische Fragen auf und erzählt von den Gräben zwischen den Privilegierten und den weniger Privilegierten unserer Gesellschaft, ohne an Sachlichkeit oder Ernsthaftigkeit einzubüßen.
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