Wenn am Samstag, 6. Dezember, um 11 Uhr die ersten Besucherinnen und Besucher zwischen Kirchturm und Kirchplatz eintreffen, warten mehr als 20 liebevoll gestaltete Stände auf sie – viele davon von Anbieterinnen und Anbietern aus Bayreuth und dem Umland.

Der Bayreuther Unternehmer Stefan Schick, einer der Initiatoren, freut sich über das anhaltend große Interesse: "Wir freuen uns sehr, dass auch in diesem Jahr die Nachfrage nach einem Stand so groß war. Besonders wichtig ist uns, dass vor allem regionale Anbieter vertreten sind – und solche, die auf einem rein kommerziellen Weihnachtsmarkt leicht untergehen würden." Kunsthandwerk, soziale Initiativen und kleine Manufakturen finden hier einen Rahmen, in dem persönliche Begegnung wichtiger ist als Masse und Dauerkonsum.

Ein Markt mit besonderem Profil

Von Anfang an war die Idee des Advents im Gassenviertel, mitten in der Innenstadt eine Alternative zu rein kommerziellen Formaten zu schaffen. Die Stadtkirche als architektonischer Mittelpunkt, die engen Gassen, der Kirchplatz und die angrenzenden Häuser bilden die Bühne für ein Wochenende, das bewusst entschleunigt.

Die Stände bieten Selbstgemachtes, Fair-Trade-Produkte, Kulinarik mit regionalem Bezug und Informationen von kirchlichen und sozialen Trägern. Viele der beteiligten Gruppen sind das ganze Jahr über im Quartier aktiv. Für sie ist der Adventsmarkt nicht nur ein Termin im Kalender, sondern auch Schaufenster ihrer Arbeit: Einladungen zu Gespräch, Engagement und Begegnung inklusive.

Bühne, Musik und Geschichten für Groß und Klein

Ein Schwerpunkt liegt wie in den vergangenen Jahren auf einem bunten Kulturprogramm. Familien starten mit dem Familiengottesdienst "Esel Stups und der Nikolausstiefel" in das Marktgeschehen. Im Anschluss übernimmt die Kinderbühne mit dem Stück "Wie der Kasper dem Nik aus der Patsche half" und zieht vor allem die Jüngsten in ihren Bann.

Musikalisch reicht die Spanne vom Konzert des Bayreuther Kinder- und Spatzenchores an der Hochschule für Evangelische Kirchenmusik bis hin zu klangvollen Abenden. Wenn Schott & Dorn gemeinsam mit Saaser Blech zum Adventskonzert einladen, verwandelt sich der Bereich rund um die Stadtkirche in einen Freiluftkonzertsaal. Zwischendurch füllen kleinere musikalische Beiträge, Lesungen und Aktionen für Kinder den Tag – so entsteht ein Programm, das auch längere Aufenthalte im Gassenviertel attraktiv macht.

Inklusion im Mittelpunkt

In diesem Jahr erhält der Advent im Gassenviertel zusätzliche Unterstützung: Die Aktion Mensch fördert das Format. "Es ist eine besondere Ehre, dass wir in diesem Jahr durch die Aktion Mensch gefördert werden", sagt Volker Sommerfeld, Leiter der Bayreuther Stadtmission. Aus dieser Förderung ergibt sich ein klarer Schwerpunkt: Inklusive Veranstaltungen rücken stärker in den Vordergrund.

Eine "Stille Stunde" ermöglicht Menschen, die empfindlich auf Lärm reagieren, einen ruhigen Besuch des Marktes. Die Matinee des inklusiven Chores "Joyful Sound" zeigt, wie Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam musizieren und so ganz selbstverständlich Teil des kulturellen Lebens sind. Beim Adventsliedersingen für alle treffen sich Kinder, Erwachsene, Stammgäste und Zufallspassanten, um gemeinsam bekannte Lieder anzustimmen.

Sommerfeld betont: "Wir möchten, dass Menschen mit Einschränkungen nicht nur berücksichtigt werden, sondern mitprägen, wie der Advent in unserem Viertel erlebt wird." Barrierearme Wege, verständliche Informationen und sensibel gestaltete Angebote gehören deshalb zum Konzept.

Engagement für das Quartier

Neu im Organisationsteam ist in diesem Jahr Kristina Dauth. Als Betreiberin der Bar am Kirchplatz erlebt sie den Ort das ganze Jahr über als lebendigen Treffpunkt. "Ich stelle immer wieder fest, wie schön gerade dieser Teil unseres Gassenviertels ist – und wie gut es tut, ihn gemeinsam mit Leben zu füllen", sagt sie. Dass es gelungen ist, mit vereinten Kräften die umfangreichen Auflagen für einen Markt von Samstagmorgen bis Sonntagabend zu erfüllen, wertet sie als starkes Signal: Gastronomie, Kirche, Stadtmission, Vereine und Ehrenamtliche ziehen an einem Strang.

Elmar Fertig-Dippold begleitet das Viertel bereits seit Jahren mit verschiedenen Projekten. "Als ich den Advent im Gassenviertel das erste Mal gesehen habe, dachte ich: Das ist stark, dass so etwas möglich ist", erinnert er sich. Seitdem hat er im Umfeld der Stadtkirche zahlreiche Ideen auf den Weg gebracht. Sein Eindruck: "Unsere Stadt profitiert enorm von dieser Vielfalt. Hier entsteht etwas, das Menschen zusammenbringt – über Generationen, Milieus und Konfessionsgrenzen hinweg."

Ein Advent im Herzen der Stadt – für alle

Für Stadtkirchenpfarrer Carsten Brall passt der Advent im Gassenviertel perfekt zum Selbstverständnis seiner Gemeinde. "Die Stadtkirche liegt im Herzen der Stadt – und es ist nur folgerichtig, dass rund um dieses Herz das Leben pulsiert", sagt er. Besonders freut ihn die Vielzahl an Partnern: von der Hochschule für Evangelische Kirchenmusik über kirchliche Werke und Kulturgruppen bis zu den vielen Ehrenamtlichen, die Buden aufbauen, Programmideen einbringen und an den beiden Markttagen im Einsatz sind.

"Advent im Gassenviertel bedeutet: Mit Leidenschaft in der Stadt und für die Stadt darauf hinzuwirken, dass es ein Advent für alle wird", fasst Brall zusammen. Wenn am Abend die Lichter über dem Kirchplatz leuchten, der Klang der Chöre in den Gassen nachhallt und der Duft von Punsch und Gebäck in die Altstadt zieht, wird spürbar, was viele an diesem Wochenende suchen: Nähe, Begegnung und einen Advent, der mitten im Alltag ankommt.

Wer seinen Besuch planen oder keinen Programmpunkt verpassen möchte, findet das vollständige Programm und alle aktuellen Informationen auf der Homepage der Stadtkirche Bayreuth unter
www.stadtkirche-bayreuth.de/advent-im-gassenviertel.