Lesetipp
Mit dem Handbuch "CrossMove" wollen ein Diakon und eine Doktorandin Kirchengemeinden und Sportvereine zu gemeinsamen Aktionen animieren. Wieso die Verbindung von Religion und Sport die gesamte Gesellschaft positiv beeinflussen kann.

Breitensport-Angebote können einen positiven Beitrag zum Zusammenleben unterschiedlichster Menschen leisten. Besonders wenn dazu Kirchen, Kirchengemeinden, Verbände und Sportvereine zusammenarbeiten, werde "Sport ein starkes Stück Leben", sind Henrik Struve und Saskia von Münster überzeugt. Sie sind die Herausgeber des soeben erschienenen Buchs "CrossMove - Sport bewegt Menschen - Eine Chance für Gemeinden und Verbände".

"Im Sport kommen verschiedenste Milieus, Kulturen und Religionszugehörigkeiten zusammen. Immer dort, wo Menschen miteinander Sport treiben, sich bewegen und Gemeinschaft erleben, ist Frieden spürbar"

betonen der Landesjugendreferent für Eichenkreuz Sport und Erlebnispädagogik beim Evangelischen Jugendwerk in Württemberg und die Doktorandin von der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg. Sie schließen sich Nelson Mandela an, der bei der ersten Verleihung des internationalen Sportpreises Laureus im Jahr 2000 gesagt hatte: "Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern."

An "CrossMove" waren 40 Experten aus Religion und Sport beteiligt

Gemeinsam mit 40 Expertinnen und Experten, die verschiedene Bereiche des Themas aufgreifen, geben sie mit "CrossMove" Gemeinden und Vereinen ein Werkbuch an die Hand, das sie "gemeindepädagogisches Handbuch" nennen.

Sie verknüpfen darin Religionspädagogik mit Sportpädagogik und liefern dazu Theorie aus Theologie und Sportwissenschaft ebenso wie Praxisbeispiele. Auch Sportseelsorgerinnen und -seelsorger kommen zu Wort. "Mit dem Buch setzen wir eine ersten grundlegenden Akzent für den bewegten Aufbruch der Kirche", betonen sie selbstbewusst.

"Wenn Menschen zusammen Sport treiben, erfahren sie viel Gutes und Schönes. Dies ist auch mit Körpererfahrung und oft auch mit Glaubenserfahrung verbunden. Hier liegt die besondere Kraft und die Herausforderung sportbetonter kirchlicher Gemeindearbeit"

schreibt Volker Jung, der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), zu dem Handbuch.

Unter den Autorinnen und Autoren sind zahlreiche Wissenschaftler und Praktiker wie der Frankfurter Stadionpfarrer Eugen Eckert, Elisabeth Keilmann, die Sport- und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz, oder Pfarrer Rainer Schmidt, Medaillengewinner bei den Paralymics.

Von Pilgern bis Kitesurfen

Bewegung und Sport betrachtet das Autorenteam vielfältig, vom Pilgerwandern über Lauftherapie im Bereich der Seelsorge und erlebnispädagogische Projekte in der Natur bis zum Kitesurfprojekt "Ewigkite". Und auch beim "heimischen Kicken zu fünft auf ein Tor kann sich Sport ereignen".

Dabei können die Teilnehmenden unter anderem Vertrauen lernen, Gaben entdecken, menschliche, existenziell-spirituelle und christliche Glaubenserfahrungen machen. Was man damit nicht kann, ist Glauben erzwingen. "Wer dies dennoch versucht, missbraucht die Methode", stellt Stefan Westhauser klar, der Institutsleiter für Erlebnispädagogik an der CVJM-Hochschule in Kassel.

Buch-Tipp

"CrossMove - Sport bewegt Menschen - eine Chance für Gemeinden und Verbände" kann hier über Buch 7, dem sozialen Buchhandel, bestellt werden. 

Herausgeber: Henrik Struve, Saskia von Münster, 256 Seiten, kartoniert, ISBN: 9783866872844, 30,00 Euro

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