München, Garmisch-Partenkirchen (epd). Assistierende Roboter können laut einer Studie Pflegepersonen wirksam unterstützen - vor allem bei logistischen, organisatorischen und vorbereitenden Tätigkeiten. Dies seien Ergebnisse aus dem nun abgeschlossenen dreijährigen Forschungsprojekt "SMiLE2getherGaPa", teilte der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising am Freitag mit. Die Praxisstudie fand im Caritas-Altenheim St. Vinzenz in Garmisch-Partenkirchen statt.
Roboter zeigten sich nützlich genau in den Bereichen, wo viel Zeit gebunden werde, ohne dass unmittelbare Pflege am Menschen stattfindet, hieß es. Durch den gezielten Einsatz robotischer Assistenzsysteme könnten Pflegekräfte entlastet und Zeit für die direkte Betreuung von Bewohnern gewonnen werden. Die Studie war der Frage gefolgt, welche Aufgaben sich sinnvoll automatisieren lassen, ohne den pflegerischen Anspruch zu gefährden.
Pflegepersonen waren aktiv in Forschung eingebunden
Als besonders erfolgreich hätten sich Einsätze in drei Bereichen erwiesen. So gehe es in Logistik und Hauswirtschaft etwa um Hol- und Bringdienste für Material, Essen oder Getränke. Bei der pflegerischen Unterstützung könnten Roboter Utensilien bereitstellen oder in Notfallsituationen unterstützen und in der Administration bei Dokumentation, Materialorganisation oder Nachbestellungen helfen.
Die Pflegepersonen des Altenheims waren laut Caritas von Beginn an aktiv in die Forschung eingebunden. Durch diese Praxisanbindung seien realistische, umsetzbare Szenarien entstanden, die den Arbeitsalltag erleichtern können und zugleich ethische, sicherheitsrelevante und organisatorische Anforderungen berücksichtigen.
Orientierungshilfe für Einsatz in stationärer Altenpflege
Zum Einsatz kam EDAN - ein Roboter, der sich selbstständig im Gebäude bewegen und Aufgaben wie Transporte, Materialbereitstellung oder organisatorische Abläufe übernehmen kann. Ziel seines Einsatzes ist, Pflegekräfte bei Routinetätigkeiten zu entlasten. Die Anwendungsszenarien wurden in einer simulationsbasierten Testumgebung direkt im Pflegeheim erprobt.
Erstellt wurde zudem eine Orientierungshilfe zum Einsatz von Assistenzrobotik in der stationären Altenpflege. Darin wurden Kriterien für Planung, Einführung und Bewertung robotischer Systeme erarbeitet. Das Papier richtet sich insbesondere an Leitungskräfte stationärer Einrichtungen.
Laut Caritas kann Assistenzrobotik ein wichtiger Baustein sein, um Pflege zukunftsfähig zu gestalten. Zugleich sei technologische Innovation nur dann erfolgreich, wenn sie sich an den Bedarfen der Pflegepraxis orientiert und gemeinsam mit den späteren Nutzern entwickelt wird.