München (epd). Als zentrales Schutzrecht für Beschäftigte hat der bayerische DGB-Vorsitzende Bernhard Stiedl den Acht-Stunden-Tag bezeichnet. Dieser und das Arbeitszeitgesetz seien "hart erkämpft und unverrückbar", sagte Stiedl in einer Pressemitteilung vom Samstag. Da die Tarifbindung innerhalb der Arbeitswelt seit Jahren sinke, sei das Arbeitszeitgesetz für Millionen Beschäftigte "der einzige verlässliche Schutz vor Überlastung und gesundheitlichen Schäden".

Nach einer Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der das Arbeitszeitgesetz als verzichtbar bezeichnet hatte, warb der bayerische CSU-Generalsekretär Martin Huber in der Augsburger Allgemeinen (Samstagsausgabe) offensiv dafür, längere Arbeitszeiten pro Tag zu ermöglichen. Man müsse darüber reden, "wie wir flexibler und letztendlich auch länger arbeiten können", beispielsweise mit dem Modell einer "Flexi-Woche", sagte Huber.

13 Stunden am Tag arbeiten?

Die Idee, die tägliche durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zu ersetzen, sei Teil des Koalitionsvertrags, bestätigte DGB-Funktionär Stiedl. Allerdings könne das "Arbeitstage von bis zu 13 Stunden in der Folge" nach sich ziehen. Deshalb lehne der DGB das Vorhaben ab.

Das Argument, dass eine Wochenarbeitszeit der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf diene, verweise der DGB Bayern "ins Reich der Fabeln". Lange und schlecht planbare Arbeitstage verschärften eher Belastungen und machten Vereinbarkeit schwieriger statt einfacher, sagte Stiedl. "Echte Vereinbarkeit entsteht dagegen durch verlässliche Infrastruktur und starke Tarifverträge."

Das Arbeitszeitgesetz stehe für das "Versprechen, dass das Leben der Menschen nicht nur aus Arbeit besteht". Dieses Versprechen dürfe nicht gebrochen werden.