Landshut, Nürnberg (epd). Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) hat Anklage gegen einen Arzt aus Niederbayern erhoben. Dem Allgemeinmediziner wird vorgeworfen, in 1.332 Fällen falsche Gesundheitszeugnisse über Masern-Mumps-Röteln-Impfungen (MMR) ausgestellt und in zehn Fällen die nicht erfolgten Impfungen gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) abgerechnet zu haben. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet das Landgericht Nürnberg-Fürth, teilte die ZKG am Mittwoch mit. Bis zur rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Nach den Ermittlungen soll der Arzt aus dem Landkreis Landshut zwischen Juli 2022 und Juni 2025 in den Impfpässen seiner überwiegend minderjährigen Patienten Impfungen bestätigt haben, obwohl er wusste, dass diese tatsächlich nicht verabreicht worden waren. Es handelte sich sowohl um Erst- als auch um Zweitimpfungen. Mit den Eintragungen soll er die zuständigen Gesundheitsbehörden über die Durchführung der Impfungen getäuscht haben.
Mehr als 21.000 Euro Schaden durch falsche Abrechnungen
Zudem soll der Arzt die nicht erfolgten Impfungen in zehn Sammelabrechnungen bei der KVB geltend gemacht haben. Dadurch sei der KVB laut Zentralstelle ein Schaden von 21.285 Euro entstanden.
Der Beschuldigte war von Juli 2025 an in Untersuchungshaft. Ende Oktober setzte das Landgericht Nürnberg-Fürth den Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug. Seit Juni 2025 besteht gegen den Arzt zudem ein vorläufiges Berufsverbot. Der Mann soll im Ermittlungsverfahren ein umfassendes Geständnis abgelegt haben.