Augsburg (epd). Augsburg trauert um die verstorbene Frauenrechtlerin und Friedenspreisträgerin Lea Ackermann. Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) würdigte Ackermann am Donnerstag als "eine Löwin", die "unermüdlich mit aller Kraft und Entschlossenheit" für die Rechte von Frauen, Mädchen und Kindern gekämpft habe. Die katholische Ordensschwester war am Mittwoch im Alter von 86 Jahren in einem Trierer Seniorenzentrum gestorben. 2014 hatte sie für ihren Einsatz gegen Zwangsprostitution und sexuelle Gewalt den Augsburger Friedenspreis erhalten.
"Sie hat unzähligen Opfern von Zwangsprostitution und Menschenhandel geholfen, ihnen eine Stimme und Sichtbarkeit gegeben", sagte Weber weiter. Die Courage der Ordensschwester habe keine Grenzen gekannt. Der evangelische Regionalbischof des Kirchenkreises Augsburg und Schwaben, Axel Pieper, äußerte sich ähnlich. "Sie war von ihrer Sache überzeugt und hat sie mit aller Ausdauer und vehement verfolgt", betonte er.
Die am 2. Februar 1937 im saarländischen Völklingen geborene Ackermann hatte zunächst eine Banklehre begonnen. Sieben Jahre lang arbeitete sie bei der saarländischen Landesbank. Darauf trat sie in den Orden der "Missionsschwestern unserer lieben Frau von Afrika" ein. Als Ordensfrau studierte sie Theologie, Psychologie und Pädagogik und promovierte in München in Erziehungswissenschaften.
Im Jahr 1985 gründete sie Solwodi "Solidarity with Women in Distress" (engl. für Solidarität mit Frauen in Not), als sie Ordensfrau in Kenia war. Der Verein half kenianischen Frauen, aus der Elendsprostitution herauszukommen. Heute ist er auch in anderen Ländern aktiv, betreut in Not geratene Frauen psychisch, gesundheitlich und juristisch und verhilft ihnen zu einem Neuanfang. In Deutschland hat Solwodi mehrere Schutzhäuser und Beratungsstellen.