München (epd). Der Wohlfahrtsverband AWO in Bayern fordert anlässlich der beginnenden Heizperiode die Bundesregierung auf, schnellstmöglich ein Moratorium für Gas- und Stromsperren umzusetzen. Wie der Landesverband am Freitag mitteilte, zählten Energiekosten zu den größten Armutstreibern. Ohne Gas und Strom könne nicht geheizt, gekocht, Wäsche gewaschen und der Kühlschrank eingeschaltet werden. Genau das drohe jedoch vielen Haushalten.
Besonders betroffen von Sperren seien Menschen mit geringem Einkommen. Neben den üblichen Anlaufstellen wie Schuldnerberatungen sollten laut AWO-Doppelspitze Nicole Schley und Stefan Wolfshörndl auch die Energieversorger einen Beratungsauftrag erhalten, um Wege aus der Strom-Schuldenfalle aufzuzeigen. Die Sozialbehörden seien ebenfalls in der Pflicht, schnell zu handeln, etwa indem sie unbezahlte Rechnungen vorfinanzieren. Komme es trotz all dem zu Stromsperren, sollten sie erst bei höheren Zahlungsrückständen erlaubt sein.
"Wir empfehlen den Betroffenen, sich immer mit ihrem Energieversorger in Verbindung zu setzen und eine Ratenzahlung oder Zahlungsziele zu vereinbaren. Das Schlimmste ist, sich gar nicht zu melden und abzuwarten, bis der Strom abgeschaltet wird", so die Vorsitzenden weiter.