Nürnberg, München (epd). Immer mehr Menschen suchen Hilfe bei den bayerischen Bahnhofsmissionen. Die zwölf Einrichtungen im Freistaat haben 2025 einen deutlichen Anstieg verzeichnet, wie die Diakonie Bayern am Mittwoch mitteilte: mehr als 1.000.000 Hilfeleistungen bei rund 620.000 Kontakten. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Bahnhofsmission in München war mit rund 330.000 Kontakten erneut die am stärksten frequentierte Anlaufstelle im Freistaat.
Der Unterstützungsbedarf werde zugleich komplexer. Viele Gäste seien mehrfach und existenziell belastet - von Armut und Mangel, Krankheit und sozialer Isolation. Besonders deutlich zeige sich diese Entwicklung in der gesundheitlichen Situation der Hilfesuchenden. Bayernweit lag der Anteil von Menschen mit psychischen Auffälligkeiten im Jahr 2025 bei rund 23 Prozent (2024: 19 Prozent). In Würzburg beispielsweise habe die Zahl körperlich erkrankter Menschen um 50 Prozent zugenommen.
Vermittlung wird schwieriger
"Viele unserer Gäste sind gesundheitlich stark belastet und gleichzeitig kaum noch an medizinische Versorgung angebunden", sagte das Würzburger Leitungsteam mit Michael Lindner-Jung und Johanna Anken. Es werde immer schwieriger, passende Hilfe zu organisieren. "Wir versuchen zu helfen, wo wir können. Aber unsere Kapazitäten sind erschöpft", ergänzte Anita Dorsch, Leiterin der Bahnhofsmission in Nürnberg.
Auf ihre Situation machen die Bahnhofsmissionen am 18. April mit dem bundesweiten Tag der Bahnhofsmission aufmerksam. Unter dem Motto "Menschlichkeit gibt Halt" laden auch bayerische Standorte dazu ein, ihre Arbeit kennenzulernen. So bittet Passau zu einem offenen Vormittag mit Kaffee und Kuchen, während die Bahnhofsmission in Nürnberg mit einem Infostand im Hauptbahnhof vertreten ist. Die Bahnhofsmission München begeht den Aktionstag eine Woche später am 25. April nachmittags mit Kaffee und Kuchen.