München, Neugablonz (epd). Die bayerische evangelische Landeskirche hat einen neuen Politikbeauftragten. Der 36-jährige Pfarrer Tobias Zeeb ist ab 1. Juli für den Dialog zwischen der Kirche und dem Staat zuständig, teilte die Landeskirche am Dienstag mit. Er unterstütze die Kirchenleitung, wenn es um die Beziehungen zum Landtag und zur Staatsregierung, zum Bundestag und zur Bundesregierung und um Europafragen gehe. Zeeb soll kirchliche Perspektiven in gesellschaftliche und politische Diskussionen einbringen. Er folgt in diesem Amt auf Dieter Breit, der vergangenes Jahr in den Ruhestand getreten ist.
In Zeiten zunehmender Polarisierung brauche es Stimmen, die unterschiedliche Perspektiven ins Gespräch bringen und Haltung geben, sagte Landesbischof Christian Kopp. Er sei überzeugt, dass Zeeb wichtige Impulse im Dialog zwischen Kirche, Politik und Gesellschaft setzen werde. Der neue Politikbeauftragte sagte, "die Perspektive der Landeskirche in den politischen Diskurs einzubringen und zu vertreten, ist mir ebenso wichtig wie die Menschen, die im Politikbetrieb unterwegs sind." Für sie wolle er als Pfarrer und Seelsorger da sein.
Mit Fragen der Ethik beschäftigt
Der in Tübingen geborene Tobias Zeeb ist seit 2022 Pfarrer in der bayerischen Landeskirche und bisher in der Kirchengemeinde Neugablonz im Allgäu tätig. Er war unter anderem Stipendiat der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg im Rahmen eines Konsultationsprozesses zum Leitbild des gerechten Friedens. In seiner wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt er sich mit Fragen theologischer Ethik und Verantwortung.