München (epd). Statt eines Verbotes von Social Media für Kinder und Jugendliche will der Bayerische Jugendring (BJR) auf Bildung und Befähigung junger Menschen und klare Regeln für Plattformen setzen. "Wer glaubt, man könne Social Media einfach verbieten, hat die Lebensrealität junger Menschen nicht verstanden", sagte BJR-Präsident Philipp Seitz laut Mitteilung am Donnerstag. "Digitale Räume sind heute Orte der Information, der Begegnung, des inhaltlichen Austauschs und der Meinungsbildung." Wer Jugendliche daraus ausschließe, schließe sie auch aus der Gesellschaft aus.

Ein pauschales Verbot und starre Altersgrenzen seien keine Lösung, sondern ein Ausweichen vor den eigentlichen Herausforderungen der digitalen Gesellschaft, sagte Seitz weiter. Die Regierungsparteien SPD und CDU hatten sich in der aktuellen Diskussion um ein mögliches Social-Media-Verbot für eine Altersgrenze von 14 Jahren ausgesprochen.

Medienbildung innerhalb und außerhalb von Schulen notwendig

Studien belegten, dass Jugendliche auf Social Media regelmäßig mit Desinformation, problematischen Inhalten und digitalen Übergriffen konfrontiert seien. Um sie zu schützen, bräuchten sie die Fähigkeiten, sich sicher und selbstbestimmt im digitalen Raum zu bewegen, sagte der BJR-Präsident. "Medienkompetenz ist die Voraussetzung dafür, dass Demokratie im digitalen Zeitalter überhaupt funktioniert."

Die BJR-Vollversammlung fordert deshalb eine verbindliche Verankerung von Medienbildung in allen Schulformen, den Ausbau außerschulischer Bildungsangebote sowie eine nachhaltige finanzielle Absicherung medienpädagogischer Angebote. Gleichzeitig brauche es klare politische und juristische Rahmenbedingungen für Plattformen, insbesondere beim Umgang mit Desinformation, Deepfakes, Hate Speech, Extremismus und digitaler Gewalt.

Die Vollversammlung des BJR ist nach eigenen Angaben das höchste beschlussfassende Gremium der Jugendarbeit in Bayern. Sie vertritt die Interessen von mehreren Millionen junger Menschen und setzt zentrale jugendpolitische Impulse.