München (epd). Vor 100 Jahren wurde der Staats-Kirchen-Vertrag - das sogenannte Bayerische Konkordat - unterzeichnet. Anlässlich des Jubiläums laden Kardinal Reinhard Marx und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu einem Festakt ein, teilte das Münchner Erzbistum am Mittwoch mit. Der Festakt findet am 11. Juni in der Katholischen Akademie in München statt. 1924 hatten der Vatikan und der Freistaat Bayern einen Vertrag geschlossen, der bis heute wesentliche Grundlage für das Verhältnis von Staat und Kirche in Bayern ist.

Neben den Ansprachen von Söder und Marx gibt es auch ein Grußwort des Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic. Klaus Unterburger, Inhaber des Lehrstuhls für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), soll die historischen Hintergründe des Konkordats erläutern, hieß es weiter Zum Abschluss gibt es noch eine Gesprächsrunde mit Kardinal Marx, Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) und dem Kirchenrechtler Stefan Korioth.

Im Bayerischen Konkordat wurden der Kirche weitreichende Rechte zugestanden. Unter anderem ist dort geregelt, dass Religion unter kirchlicher Aufsicht an allen Schularten im Freistaat unterrichtet wird, dass es Konkordatslehrstühle gibt oder bestimmte finanzielle Leistungen durch den Staat. Hintergrund ist die Säkularisation. Kurfürst Maximilian IV. hatte 1802 eine Kabinettsorder erlassen, mit der fast alle Klöster in Bayern von jetzt auf gleich aufgelöst wurden. Das kirchliche Eigentum fiel damit an den Staat.

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