Würzburg (epd). Mit einer landesweiten Initiative will Bayern die Virusinfektionen Hepatitis B und C zurückdrängen und langfristig eliminieren. Das vom bayerischen Gesundheitsministerium mitfinanzierte Projekt wird an der Würzburger Uniklinik koordiniert und läuft bis Januar 2028, teilte die Uniklinik am Dienstag mit. Ziel ist es, die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu erreichen, die eine deutliche Senkung von Neuinfektionen und Todesfällen bis zum Jahr 2030 anstrebt.

Unter der Leitung von Professor Andreas Geier bündele das Projekt Aufklärung, Prävention, Screening und Therapieangebote. Geplant sind bayernweite Testaktionen, vor allem für besonders gefährdete Gruppen wie Menschen mit intravenösem Drogenkonsum, Personen mit eingeschränktem Zugang zum Gesundheitssystem und Zugewanderte aus Ländern mit erhöhter Hepatitis-Infektionsquote. Die Testungen sollen vor Ort etwa in Gesundheitsämtern stattfinden, um Betroffene direkt zu erreichen.

Freistaat unterstützt Hepatitis-Initiative

Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) betonte die Bedeutung des Vorhabens: "Es ist wichtig, verstärkt gegen Hepatitis vorzugehen." Der Freistaat stellt dafür 85.000 Euro bereit. Die Hepatitis-Initiative ergänze den bayerischen Masterplan Prävention, der rund 250 Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Früherkennung umfasse. Laut Projektleiter Geier setzt das Programm auf bestehende Strukturen der Gesundheitsämter und deren Zusammenarbeit mit lokalen Einrichtungen.

Hepatitis B und C greifen die Leber an und können unbehandelt zu Zirrhose oder Leberkrebs führen. Während gegen Hepatitis B eine Impfung schützt, lässt sich Hepatitis C inzwischen mit modernen Medikamenten in den meisten Fällen heilen. "Die Eliminierung von Hepatitis ist eines der großen globalen Gesundheitsziele unserer Zeit", sagte Geier.