München (epd). Bayern hat jetzt sieben weitere "Orte der Demokratie". Dazu zählen laut Mitteilung des Landtags vom Mittwoch beispielsweise die Prinzensäle im Café Luitpold in München, wo sich der Frauenstimmrechtskongress um 1900 versammelt hatte, oder das Jugendzentrum für politische Bildung in Nürnberg, von wo aus das Volksbegehren "Mehr Demokratie für Bayern" seinen Anfang nahm. Die neu benannten Orte stünden für Haltung, Engagement und Zivilcourage, erklärte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). "Gerade in Zeiten aktueller Krisen sind sie Erinnerung und Auftrag zugleich: Demokratie braucht unseren Einsatz - vor Ort, im Alltag und in der Gesellschaft insgesamt."
Neu ernannt worden sind auch Ismaning in Oberbayern, wo am 28. April 1945 die Widerstandsgruppe "Freiheitsaktion Bayern" zur Beendigung der NS-Diktatur aufrief, und das bis 1989 in Ost und West geteilte Dorf Mödlareuth. Auch Traunreut erhält eine der goldenen Stelen, die die Demokratie-Orte sichtbar machen, für seine Vertriebenen-Integration, die Akademie für Politische Bildung in Tutzing für Aufklärung und demokratischen Diskurs sowie das oberfränkische Wunsiedel für sein "vorbildliches zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus".