Volkach (epd). Der Bayerische Müllerbund fordert von der Politik, neben der Gaspreisbremse auch stabile Rahmenbedingen für Strom zu schaffen. Die mittelständischen Betriebe bräuchten "endlich Planungssicherheit" und verlässliche, bezahlbare Rahmenbedingungen, sagte der Geschäftsführer des Müllerbundes, Josef Rampl, am Donnerstag bei einer Tagung im unterfränkischen Volkach. Die Vervielfachung der Strompreise stelle eine existenzgefährdende Belastung für die Mühlen dar.

Die bayerischen Mühlen - zumeist Betriebe in Familienbesitz - verarbeiten nach Verbandsangaben jährlich ungefähr 1,3 Millionen Tonnen heimisches Getreide zu Lebensmitteln. Sie seien damit in Bayern für die Versorgungssicherheit mit Grundnahrungsmitteln "ein maßgeblicher Faktor", sagte Rampl. Neben den steigenden Energiekosten machten den Mühlen auch steigenden Rohstoffpreise und Lieferengpässe etwa für Papiersäcke oder benötige Ersatzteile zu schaffen, erläuterte er.

Viele Kunden der Mühlen seien klassische Handwerksbäckereien. Man spüre bei den Kunden eine Kaufzurückhaltung wegen der Wirtschaftslage - viele veränderten ihr Kaufverhalten und wanderten von klassischen Bäckereien hin zu Industrieprodukten ab. Dadurch sinke der Umsatz der Bäckereien, diese hätten also weniger Bedarf an Mehl. Das gefährde die Existenz von einzelnen Betrieben - aber auch die von ganzen, bislang gut funktionierenden Wertschöpfungsketten.