München (epd). Fast die Hälfte der Menschen in Bayern nutzt mindestens ein lokaljournalistisches Angebot täglich oder fast täglich, etwa eine Lokalzeitung, das Lokalradio oder Angebote lokaler Medienmarken auf Social Media. Lokale Medien genießen zudem mehr Vertrauen (53 Prozent) als "Medien allgemein" (41 Prozent), ergab eine aktuelle Studie, wie die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) am Dienstag anlässlich des Tags des Lokaljournalismus mitteilte. Für die Studie, die die BLM in Auftrag gegeben hatte, wurden in Bayern vom 23. Juli bis 20. August 2025 1.016 Interviews mit Menschen ab 14 Jahren geführt.
Trotz hoher Zufriedenheit (58 Prozent) hätten jedoch nur 29 Prozent ein kostenpflichtiges Abo. Hohe Zustimmung bedeute nicht automatisch, dass eine entsprechende Zahlungsbereitschaft bestehe oder nur in einem niedrigen Preisbereich, hieß es in der Mitteilung weiter. Vertrauen und Zufriedenheit übersetzten sich nur begrenzt in eine tragfähige Finanzierungsbasis für den Lokaljournalismus.
5. Mai ist Tag des Lokaljournalismus
Außerdem spielten auch andere Informationsquellen wie kommunale Quellen, Vereine oder andere nicht-journalistische Angebote im lokalen Informationsmix eine wichtige Rolle. Kommunale Quellen von Stadt oder Gemeinde seien bei konkreten Anlässen oft erste Anlaufstelle.
"Der Tag des Lokaljournalismus ist eine gute Gelegenheit, daran zu erinnern, dass eine starke lokale Medienlandschaft in Bayern keine Selbstverständlichkeit ist", sagte BLM-Präsident Thorsten Schmiege laut Mitteilung. Viele Menschen wünschten sich ein vielfältiges Angebot aus klassischen und digitalen Formaten, in dem das Lokalradio ein zentraler Baustein im Formatmix sei. Dafür brauche es einen Schutzschirm für lokale Vielfalt, der die Reichweite und Auffindbarkeit lokaler Marken sichere, Kooperationen ermögliche und tragfähige Modelle unterstütze, bevor Lücken entstünden.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hatte in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag) seine Pläne für eine Digitalabgabe für Internetkonzerne bekräftigt. "Der Konzentrationsprozess hin zu den Big Tech, zu den Plattformen, zu Google und Co führt dazu, dass unser klassischer Journalismus wirtschaftlich dramatisch unter Druck kommt, weil Werbegelder, Aufmerksamkeit und Deutungshoheit auf die Plattformen ziehen", sagte Weimer. Betroffen seien auch Regionalzeitungen und lokale Fernseh- und Radiosender. Die in Deutschland bestehende Vielfalt gelte es zu erhalten.