München (epd). Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat im vergangenen Jahr knapp 10.000 Verdachtsfälle wegen möglicher Verstöße gegen den Jugend- und Nutzerschutz überprüft. Dies seien mehr als doppelt so viele Fälle gewesen wie noch 2024 (3.700), teilte die BLM am Donnerstag nach der Sitzung des Medienrats mit. Diese deutliche Erhöhung sei zum einen auf den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz, zum anderen auf ein erhöhtes Meldeaufkommen von Kooperationspartnern zurückzuführen. Etwa 8.500 Fälle entfielen laut Mitteilung auf Hate Speech, hinzu kamen rund 1.400 Fälle mit pornografischen Inhalten.
"Die neuen Fallzahlen und unser Bericht dokumentieren erneut den Handlungsdruck bei der Aufsicht über digitale Plattformen", sagte BLM-Präsident Thorsten Schmiege nach der Vorstellung des neuen Jugend- und Nutzerschutzberichtes. Aktuell müssten Plattformen auch bei unzulässigen und strafbaren Inhalten erst nach einem Hinweis tätig werden. "Ich bin davon überzeugt: Erst wenn X, Facebook oder TikTok für rechtswidrigen Content haften, entsteht ein wirksamer Anreiz, illegale Inhalte schneller und konsequenter zu entfernen", sagte Schmiege.
Schutz von Kindern und einer demokratischen Öffentlichkeit
Jugendmedienschutz sei auch ein Beitrag zur Demokratiesicherung, sagte Walter Keilbart, Vorsitzender des BLM-Medienrats. "Wer gegen Hass und andere unzulässige und strafbare Inhalte im Netz vorgeht, schützt Kinder und Jugendliche und stärkt zugleich die Grundlagen einer offenen demokratischen Öffentlichkeit."