Neuendettelsau, Nürnberg (epd). Einen staatlichen Reparaturbonus für Elektrogeräte hat ein Bündnis von 20 gesellschaftlichen Organisationen gefordert. Wer seine Elektro- und Elektronikgeräte reparieren lasse, statt sie wegzuwerfen, solle die Hälfte der Kosten vom Staat erstattet bekommen, teilte das landeskirchliche Partnerschaftszentrum Mission EineWelt am Dienstag mit. Die Erstattung solle maximal 200 Euro betragen.

Bis die entsprechenden EU-Beschlüsse zum "Recht auf Reparatur" gefasst seien, wolle man mit dem Bonus das Thema Ressourcenverbrauch in die Köpfe bringen und Anreize zur Reparatur schaffen, sagte die zuständige Fachreferentin Gisela Voltz dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage. Zum Bündnis gehört unter anderen die "Handyaktion Bayern", die von Mission EineWelt und dem Eine Welt Netzwerk Bayern getragen wird.

Jeder Mensch in Deutschland produziere statistisch betrachtet etwa 20 Kilo Elektroschrott im Jahr, weniger als ein Viertel aller defekten Geräte würden repariert. Der viel zu hohe Ressourcenverbrauch "trägt massiv zur Klimakrise bei und führt zu Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung im Globalen Süden", betonte Voltz laut Mitteilung. Die Bundesregierung habe sich zwar im Koalitionsvertrag zur Senkung des Rohstoffverbrauchs und zum Recht auf Reparatur verpflichtet, "aber bisher ist nichts passiert". Ein Reparaturbonus schone das Klima, reduziere den Rohstoffverbrauch, entlaste Bürgerinnen und Bürger und fördere die lokale Wirtschaft, erklärte Voltz: "Das wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft."

In Thüringen und Österreich gebe es bereits einen ähnlichen Bonus, der über die Verbraucherzentralen beantragt werden könne und stark nachgefragt sei, hieß es weiter. In Deutschland will das Bündnis noch diese Woche eine Petition starten, der sich Verbraucherinnen und Verbraucher anschließen können.

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