Passau (epd). Das Bündnis für Demokratie und Vielfalt Passau hat zum Protest gegen den bekannten österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner aufgerufen. Es reagiere damit auf eine Ankündigung Sellners, nach der er am 4. August bei einer "Lesereise" sein neues Buch in der Stadt vorstellen wolle, teilte das Bündnis am Freitag mit. Sellner war offenbar federführend bei dem Potsdamer Treffen von Unternehmern, Rechtsextremen und AfD-Vertretern, bei dem es um "Remigrations"-Pläne ging.

Nun wolle Sellner in Passau einen ähnlichen Vortrag halten, "doch das nehmen wir nicht hin", sagte der Bündnissprecher Jakob Hagenberg. Passau stehe geschlossen gegen Rechtsextremismus und für eine offene, bunte und tolerante Gesellschaft, hieß es. Das Bündnis forderte ein Hausverbot für den Rechtsextremisten nach dem Motto "Koan Kellner für Sellner".

Bereits Ende Januar war der bekannte Rechtsextremist nach Passau gereist, um zu prüfen, ob gegen ihn ein Einreiseverbot vorliegt. Seinen Plan habe er aufgeben müssen, weil kein Gastronom ihm Zutritt gewährte. Damals gingen 8.000 Menschen in Passau auf die Straße.