München (epd). Ein "Recht auf Heimat" fordert der bayerische Bund der Vertriebenen (BdV). "Heute sind 120 Millionen Menschen von Flucht und Vertreibung betroffen, eine Zahl, die alle Rekorde in der Menschheitsgeschichte gebrochen hat." Dies sagte der Landesvorsitzende Christian Knauer beim Gedenkakt des Freistaates Bayern für die Opfer von Flucht und Vertreibung am Samstag in München laut Manuskript.

Europa müsse den Anfang machen und die Initiative ergreifen. Dazu gehöre es, Vertreibungsverbote durchzusetzen, etwa mit Strafen. Zudem müssten internationale Strategien entwickelt werden, die eine Verbesserung der Lebensbedingungen bedrohter Völker in der Heimat zum Ziel haben. "Es muss endlich Schluss sein mit Flucht und Vertreibung", betonte Knauer.

Knauer kritisierte auch den zunehmenden Nationalismus und Antisemitismus in Deutschland. "Reichen denn Kriege, Massenverbrechen sowie der nationalsozialistische Völkermord an rund sechs Millionen europäischen Juden während des Zweiten Weltkriegs nicht aus, um ein 'Nie wieder' dagegenzusetzen?", fragte er laut Manuskript in seiner Rede. Die Familien des BdV, die selbst erfahren haben, wozu Nationalismus und Totalitarismus führen kann, seien sich einig. "Zu einem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat gibt es keine Alternative!", sagte Knauer. Die Demokratie müsse entschlossen verteidigt werden. Der Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung findet seit 2014 jährlich in Bayern statt.

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