Dachau (epd). Die Stadt Dachau bekommt acht neue Stolpersteine. Am Donnerstag (21. Mai) verlege der Künstler Gunter Demnig Stolpersteine für die Dachauer Bürger Samson Gutmann, Franz Röhm, Johann Glas, Maria Schrott, Franz Breunig und Anton Pimperl, teilte die Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau mit. Während Gutmann bei den Novemberpogromen von 1938 aus Dachau vertrieben worden war und wenige Wochen später in München gestorben sei, wurden die fünf anderen NS-Opfer in die Euthanasie-Tötungsanstalt Schloss Hartheim (bei Linz) verschleppt und dort zwischen 1940 und 1941 ermordet.

Auch an das katholisch-jüdische Ehepaar Hedwig Hirsch-Materna (+1939) und Heinrich Hirsch (+1940) wird mit Stolpersteinen und einem Erinnerungsabend mit Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) um 19 Uhr im Ludwig-Thoma-Haus gedacht. Ein Schwerpunkt des Abends liegt laut Mitteilung auf dem Schicksal der Babys von osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen: Die Historikerin Anna Andlauer habe ausgehend vom Schicksal der kleinen Janina Gajewska herausgefunden, dass mindestens 58 weitere Kinder zu NS-Opfern wurden. Janina selbst, 1944 als Tochter der polnischen Zwangsarbeiterin Maria Gajewska in Dachau geboren, war ihrer Mutter weggenommen worden und im Alter von 75 Tagen "elend in der Indersdorfer Kinderbaracke" gestorben, heißt es. Es werde nun "über eine angemessene Form des Gedenkens an all diese jungen NS-Opfer" beraten.

Die neuen Stolpersteine wurden vom Arbeitskreis Stolpersteine in Dachau initiiert, in dem auch die Versöhnungskirche Mitglied ist. Deren Pfarrer Björn Mensing ist am Erinnerungsabend ebenso beteiligt wie die Historikerin Annette Eberle und der Dachauer Stadtrat und Zeitgeschichtsreferent Martin Modlinger. Der Eintritt ist frei.