Nürnberg (epd). Mit einer Gegenkundgebung wehrt sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Mittelfranken gegen eine Demonstration des selbsternannten "Team Menschenrechte" am Samstag, (21. März, 13.30 Uhr) vor seinem Haus. Unter dem Motto "Gegen rechte Hetze in Nürnberg - Schützt das Gewerkschaftshaus!" wolle man ein klares Zeichen für "Demokratie, Solidarität und Menschenrechte" setzen, heißt es in einer Mitteilung des DGB vom Mittwoch. Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet einzelne Personen der Gruppe aufgrund rechtsextremistischer Äußerungen.

Man sehe in der Kundgebung von "Team Menschenrechte" vor dem Gewerkschaftshaus eine "bewusste Provokation", heißt es vonseiten des DGB. Der 21. März sei zugleich der Internationale Tag gegen Rassismus, erinnerte der DGB-Vorsitzende Stephan Doll. "Rassismus ist keine Randerscheinung, sondern eine reale Bedrohung für viele Kolleginnen und Mitbürgerinnen - auch hier in Nürnberg", sagte Doll. Die Gewerkschaften würden menschenfeindlichen Ideologien entgegentreten.

Verdrehter Menschenrechts-Begriff

Der Vorsitzende des Integrationsrats der Stadt Nürnberg, Sorush Mawlahi, sagte, das "Team Menschenrechte" verdrehe den Begriff Menschenrechte und grenze systematisch aus. "Sie sind wenige, aber laut. Deshalb müssen wir lauter sein. Sichtbarer", sagte Mawlahi.

Die vom Verfassungsschutz beobachtete Gruppe hat in den vergangenen Wochen immer wieder Kundgebungen in Nürnberg veranstaltet und dabei rechtsextreme Parolen verbreitet. Die stellvertretende Vorsitzende der Allianz gegen Rechtsextremismus, die evangelische Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), die Gruppe trete "unsäglich" auf. Der DGB kritisierte, Veranstaltungen von Rechtsextremen in der Straße der Menschenrechte zerstörten die Erinnerungskultur der Stadt.