Neuendettelsau, Schwäbisch-Hall (epd). Die Diakoneo-Klinik "Diak" in Schwäbisch-Hall könnte bereits zum Januar 2025 einen neuen Träger bekommen. Der Kreistag Schwäbisch-Hall hatte bereits am Dienstag einem Eckpunktepapier zugestimmt, das den Rahmen für die nun folgenden Vertragsverhandlungen vorgeben soll, wie Diakoneo, der Landkreis Schwäbisch Hall sowie der Heidelberger Gesundheits- und Bildungskonzern SRH Holding am Mittwoch mitteilten. Zuvor hatten bereits das Kuratorium und der Aufsichtsrat von Diakoneo dem Eckpunktepapier als Arbeitsgrundlage für weitere Vertragsverhandlungen zugestimmt.
Im Jahr 2019 hatte die damalige Diakonie Neuendettelsau bei Nürnberg mit dem Evangelischen Diakoniewerk Schwäbisch Hall fusioniert und sich den Namen Diakoneo gegeben. Die Fusion der ungleich großen Partner sollte aus Sicht der Neuendettelsauer vor allem auch im Klinik-Bereich Synergien schaffen, um dauerhaft als Krankenhausträger am Markt bestehen zu können. Doch die Diakoneo-Kliniken in Nürnberg und Schwäbisch-Hall schreiben seit Jahren schon Millionen-Verluste. Alle Versuche, diese Defizite in den Griff zu bekommen oder Defizit-Ausgleichszahlungen von den Kommunen zu erhalten, sind gescheitert.
Diakoneo-Vorstandsvorsitzender Mathias Hartmann kritisierte deshalb laut Mitteilung auch die Politik. Da diese "keine klaren Entscheidungen getroffen hat, um das Gesundheitssystem angemessen zu strukturieren und finanziell abzusichern, waren wir gezwungen, selbst zu handeln". Auch der Landrat von Schwäbisch-Hall, Gerhard Bauer (parteilos), übte Kritik. Auf Dauer könnten die Kommunen die Millionendefizite für Kliniken nicht tragen. Er hoffe, dass die Bundespolitik bald "für eine auskömmliche Krankenhausfinanzierung sorgt". Mit der geplanten Übernahme wolle man die Krankenhausversorgung in der Region sichern.
Diakoneo hatte bereits zu Jahresbeginn für seine insgesamt drei Kliniken an den Standorten Nürnberg und Schwäbisch-Hall Partner oder auch Käufer gesucht. Für das "Diak" gab es neben der Bietergemeinschaft aus Landkreis und SRH Holding auch noch ein Angebot der Sana Kliniken AG als drittgrößte private Klinikgruppe Deutschlands. Sana hatte eine Mehrheitsbeteiligung von 75,1 Prozent angeboten.