Nürnberg (epd). Unter dem Motto "Hilfe bei häuslicher Gewalt. Für ein sicheres Zuhause" ruft die Diakonie Bayern vom 16. bis 22. März zu Spenden zugunsten entsprechender Hilfs- und Beratungsangebote auf. Wie die Diakonie am Dienstag mitteilte, werde sie mit den Erlösen der Frühjahrssammlung ihre eigenen Angebote, wie Frauenhäuser, Frauennotrufe, Fachberatungs- und Interventionsstellen unterstützen. Die Spenden könnten dazu beitragen, Frauen und Kindern in akuten Krisen Schutz zu bieten und sie auf dem Weg in ein gewaltfreies Leben zu begleiten, hieß es.

"Gewalt in Partnerschaften geschieht nicht irgendwo, sondern mitten unter uns. Sie darf kein privates Schicksal bleiben, über das geschwiegen wird", sagte Sabine Weingärtner, Präsidentin der Diakonie Bayern. Fast jede zweite Frau erfahre im Laufe ihres Lebens psychische Gewalt in der Partnerschaft, bei Männern seien es 40 Prozent. Über 16 Prozent aller Frauen in Deutschland seien zudem von körperlicher Gewalt betroffen. Nur fünf Prozent der psychischen und körperlichen Gewalttaten in (Ex-)Partnerschaften würden angezeigt, ergab jüngst eine bundesweite Dunkelfeldstudie.

Rechtsanspruch auf Schutz erst 2032

"Unsere Erfahrung zeigt: Der erste Schritt ist oft der schwerste. Deshalb setzen wir auf niedrigschwellige, vertrauliche und professionelle Beratung", betonte Weingärtner. Das im Februar 2025 verabschiedete Gewalthilfegesetz sehe zwar einen schrittweisen Ausbau der Hilfestrukturen vor, einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung soll es aber erst ab 2032 geben. "Das ist spät, aber dennoch ein wichtiger Schritt. Entscheidend wird dann sein, dass die Angebote vor Ort tatsächlich gestärkt und dauerhaft finanziert werden", so Weingärtner.