Nürnberg (epd). Das Diakoniewerk Martha Maria hat den Nürnberger Preis für diskriminierungsfreie Unternehmenskultur erhalten. Mit der Auszeichnung werde die "Charta gegen Menschenfeindlichkeit und Rassismus" gewürdigt, die das Unternehmen im Frühjahr verabschiedet habe, teilte die Stadt Nürnberg am Dienstag mit.
Die Jury sei besonders beeindruckt von der 2020 ins Leben gerufenen Kampagne "Mensch ist Mensch", hieß es. Alle Menschen bei Martha Maria, Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner und die Kinder, sollten in ihrer Unterschiedlichkeit wahrgenommen und als gleichwertig anerkannt werden. Die Kampagne wolle Chancengleichheit herstellen und individuell Stärken zu fördern.
"Diskriminierung bleibt eine Herausforderung", sagte der Vorstandsvorsitzende des Diakoniewerks, Hans-Martin Niethammer. Die Erkenntnis, dass es "mitten unter uns" Erfahrungen von Rassismus oder von Zurückweisung wegen der Hautfarbe oder der Sprache gebe, habe das Unternehmen bewogen, diese Fragen besonders zu thematisieren.
Mit dem Nürnberger Preis für diskriminierungsfreie Unternehmenskultur werden alle zwei Jahre ortsansässige Firmen geehrt. Sie sollen sich vorbildlich und nachhaltig für eine diskriminierungsfreie Unternehmenskultur starkmachen, und dies auch bei ihren Geschäftspartnern einfordern, teilte die Stadt mit. Erstmals erhielt nun den Preis ein Unternehmen der Sozialwirtschaft.
Martha-Maria ist ein selbstständiges Diakoniewerk in der evangelisch-methodistischen Kirche. Zu Martha-Maria gehören den Angaben zufolge Krankenhäuser, Berufsfachschulen für Krankenpflege, Seniorenzentren und Erholungseinrichtungen mit insgesamt mehr als 4.700 Mitarbeitenden in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt.