Duderstadt, Berlin (epd). Die Geschäftsführerin der Andechser Molkerei Scheitz, Barbara Scheitz, und die Tierärztin, Wissenschaftlerin und Buchautorin Anita Idel sind mit dem Ehrenpreis der Heinz Sielmann Stiftung ausgezeichnet worden. "Mit großem Weitblick und Mut haben die beiden Preisträgerinnen jeweils auf ihrem Gebiet neue Maßstäbe hinsichtlich der Vereinbarkeit von ökonomischem Handeln und Artenschutz gesetzt", begründete der Vorsitzende des Stiftungsrates, Fritz Brickwede, die Wahl. Die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie vor allem in Hinsicht auf die Tierhaltung sei für beide Preisträgerinnen "Lebensthema und Herzensanliegen". Die Auszeichnung wurde am Donnerstagabend in Berlin verliehen und ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert.
Barbara Scheitz habe die Andechser Molkerei Scheitz in Oberbayern in den vergangenen 20 Jahren als Gesellschafterin und Geschäftsführerin zu einem zu 100 Prozent ökologisch wirtschaftenden Betrieb ausgebaut, erklärte die Stiftung. Seit 2015 zahle die Molkerei einen Zuschlag für Weidehaltung an die Erzeuger - in Deutschland bislang einmalig. Auch könnten seit 2008 alle Andechser Produkte im Internet bezüglich Herkunft und Inhaltsstoffen rückverfolgt werden.
Anita Idel war von 2005 bis 2008 leitende Autorin des UN-Weltagrarberichtes. Sie ist unter anderem Mitbegründerin der AG Kritische Tiermedizin, des Gen-ethischen Netzwerks und der Gesellschaft für Ökologische Tierhaltung. Bekannt wurde Idel durch ihr Buch "Die Kuh ist kein Klimakiller". Darin vertritt sie die These, dass eine nachhaltige Weidehaltung mit Kühen und anderen Wiederkäuern zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und zur Begrenzung des Klimawandels beitragen kann.
Seit 1994 verleiht die Heinz Sielmann Stiftung mit Sitz in Duderstadt ihren Ehrenpreis an Einzelpersonen, öffentliche Institutionen, Forschungseinrichtungen oder Unternehmen, die sich um den Naturschutz und den Erhalt der Artenvielfalt verdient gemacht haben.