Gütersloh, München (epd). Zum kommenden Wintersemester haben einer Studie zufolge noch rund ein Drittel aller Studiengänge an deutschen Hochschulen eine Zugangsbeschränkung, den sogenannten Numerus Clausus (NC). Im Ländervergleich hat Hamburg mit 62,4 Prozent die höchste NC-Quote, wie das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) am Dienstag in Gütersloh mitteilte. An den Hochschulen in Berlin (55,3 Prozent) und Baden-Württemberg (54,2 Prozent) sind demnach ebenfalls mehr als die Hälfte aller Studiengänge zulassungsbeschränkt. Bayern liegt mit einer NC-Quote von 32,1 Prozent im Mittelfeld und leicht unter dem Bundesdurchschnitt.
Beste Chancen auf einen Studienplatz gibt es laut CHE in Rheinland-Pfalz (19,8 Prozent) und Thüringen (19,2 Prozent), wo für nicht einmal jedes fünfte Studienangebot ein Numerus Clausus oder eine Eignungsprüfung gefordert wird.
"Die Aussichten für Studieninteressierte auf einen Studienplatz im Wunschfach sind aktuell so gut wie noch nie", sagte Studienleiter Cort-Denis Hachmeister. Deutschlandweit sei die NC-Quote im Vergleich zum Wintersemester 2023/24 um 2,7 Prozentpunkte gesunken und liege aktuell bei 35,2 Prozent.
Im Städtevergleich zeigen sich jedoch weiterhin große Unterschiede, wie es hieß. Die größte Chance auf einen Studienplatz in einer Hochschulstadt mit mehr als 50.000 Studierenden gebe es in Aachen. Dort liege die NC-Quote bei 18 Prozent.
Den höchsten Anteil an zugangsbeschränkten Studienangeboten unter allen Hochschulstädten mit mehr als 16.000 Studierenden hätten Garching bei München (77 Prozent), Leipzig (54 Prozent) und Karlsruhe (53 Prozent). In München sind es 47 Prozent. In beliebten Studienorten wie Köln, Bremen, Göttingen oder Heidelberg bewege sich die NC-Quote zwischen 46 und 41 Prozent.
Auch je nach Fach, Hochschultyp und Abschlussart variiert die Numerus-Clausus-Quote: In den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften sind laut Studie bundesweit 41,6 Prozent aller Studiengänge zulassungsbeschränkt. In den Sprach- und Kulturwissenschaften stünden dagegen rund vier Fünftel der Angebote allen Erstsemestern unabhängig von ihrer Abiturnote oder anderen Eignungskriterien offen. Studiengänge an Universitäten seien zu einem geringeren Anteil (32,6 Prozent) mit einer Beschränkung belegt als die an Fachhochschulen (34,1 Prozent).
Grundlage für den aktuellen "NC-Check" sind Daten des Hochschulkompasses der Hochschulrektorenkonferenz für rund 22.000 Studiengänge im Wintersemester 2024/25. Das CHE ist eine gemeinnützige Einrichtung, die von der Hochschulrektorenkonferenz und der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh getragen wird.