Neuendettelsau (epd). Die Elternbeiräte von drei Diakoneo-Kindertagesstätten in Neuendettelsau rufen für diesen Sonntag (18. Juni) um 15 Uhr zu einer Fahrrad-Demo gegen steigende Kita-Gebühren auf. Die Eltern der drei Integrativen Kitas Bunte Oase, Froschlachkinder und Laurentius beklagen, dass die Elternbeiträge zum 1. September in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal deutlich angehoben werden sollen - teilweise um mehr als 100 Prozent. Vor allem beklagen die Eltern die "mangelnde Gesprächsbereitschaft" und die nicht gelungene Kommunikation zu diesem Thema seitens der Diakoneo-Bildungsvorständnin Verena Bikas.

Die Elternbeiratsvorsitzende der Kita Froschlach, Inga Labudde, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag, man fordere von Diakoneo Kostentransparenz. Zudem zweifle man die Rechtmäßigkeit der neuen Beitragsstaffelungen an, da Diakoneo die Elternbeiräte nicht beratend bei der Festlegung der neuen Beiträge mit hinzugezogen habe, wie es das Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) vorsehe. Die Fahrrad-Demo starte als Sternfahrt bei den jeweiligen Kitas, um 15.30 Uhr wolle man vor dem Diakoneo-Hauptsitz dann mit bunter Kreide Botschaften für den Diakoneo-Vorstand hinterlassen, sagte sie.

Besonders deutlich steigen die Beiträge im Krippenbereich - bei einer durchschnittlichen täglichen Buchung von 5 bis 6 Stunden steigt der Elternbeitrag von derzeit 193 Euro monatlich auf dann 315 Euro ab September. Bei einer Buchungszeit von 10 bis 11 Stunden steigt der Beitrag von derzeit 252 Euro auf künftig 507 Euro. Im Kindergartenbereich seien die absoluten und prozentualen Steigerungen nicht so drastisch, aber immer noch deutlich. Hier liegen die Kosten für beispielsweise 6 bis 7 Stunden täglich bei 180 Euro derzeit, künftig sind es dann 279 Euro - bei 10 bis 11 Stunden steigen die Kosten von Momentan 199,50 Euro auf 371 Euro.

"Für einige Familien sind das existenzielle Summen", erläuterte die Elternbeiratsvorsitzende. Manche fragten sich, ob sie bei solchen Betreuungskosten überhaupt noch arbeiten gehen oder nicht besser ihre Kinder selbst betreuen sollen. "In Zeiten des Fachkräftemangels wäre das fatal", sagte Labudde. 

Verena Bikas, Vorständin Bildung bei Diakoneo, erklärte dazu folgendes: "Wir bedauern den Unmut der Eltern und verstehen ihre Sorgen. Den Vorwurf, Diakoneo würde sich auf ihre Kosten "sanieren", weisen wir in aller Deutlichkeit zurück." Das Gegenteil sei der Fall. Diakoneo habe viele Jahre lang nicht alle Kosten weitergegeben, die für den Betrieb der Kindertagesstätten tatsächlich anfallen. "Um den Betrieb unserer Kindergärten aufrechterhalten zu können, sehen wir uns gezwungen, die Beiträge in allen unseren Kindertagesstätten, nicht nur in Neuendettelsau, anzupassen." Man versuche, mit den Gemeinden als Aufgabenträger ins Gespräch zu kommen, um die auflaufenden Defizite auszugleichen. "Auch in Neuendettelsau sind wir in Verhandlungen, wie die Kosten zugunsten der Elternbeiträge gesenkt werden können."