München (epd). Vor dem Migrations-Gipfel in München hält EU-Migrationskommissar Magnus Brunner (ÖVP) die europäische Migrationspolitik für erfolgreich: "Die Zahlen geben uns recht", sagte Brunner dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2). "Wir sehen, dass die illegale Migration nach Europa um über 55 Prozent zurückgegangen ist in den letzten zwei Jahren, heuer noch einmal um 35 Prozent", so der österreichische Kommissar und Vizepräsident der Europäischen Volkspartei.
Brunner führt den Rückgang der irregulären Migration auf das gemeinsame europäische Asylsystem GEAS und weitere EU-Maßnahmen zurück. Die Zahlen zeigten, "dass die Reformen, auf die sich die europäischen Mitgliedsstaaten geeinigt haben, wirken", sagte der konservative Politiker. Neben den Änderungen innerhalb der EU setze die Kommission verstärkt auf Gespräche mit Drittstaaten entlang der Migrationsrouten.
Aktuelle Hauptroute aus Bangladesch
Als aktuelle Hauptroute für Migration nannte der EU-Kommissar Verbindungen aus Bangladesch und Pakistan über die Golfstaaten und Ägypten nach Libyen und weiter nach Europa. Bei der UNO-Generalversammlung habe man mit diesen Staaten gesprochen, um "die Migrationsdiplomatie voranzutreiben" und Themen wie Handel und Visapolitik für den Kampf gegen illegale Migration zu nutzen. Die Lage entspannt habe auch der Machtwechsel in Syrien: "Deswegen müssen wir alles daran setzen, Stabilität in Syrien beizubehalten."
Das zweite Munich Migration Meeting in München am Wochenende soll laut Brunner helfen, die Sichtweisen der 27 Mitgliedstaaten zusammenzubringen. Neben Brunner hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) 17 europäische Innenminister zu dem Treffen eingeladen.