Bad Alexandersbad (epd). Für die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner steht die Aufarbeitung der Diskriminierung von Sinti und Roma in Deutschland und in Tschechien noch am Anfang. "Viele Sinti müssen auch heute noch in der Gesellschaft ihre Herkunft verbergen, um keine beruflichen Nachteile zu erleiden", sagte Greiner bei einem Treffen von Vertretern des Kirchenkreises Bayreuth mit denen der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) aus dem Nachbarland.
Pfarrer Mikulás Vymtal aus Prag berichtete von seiner Antidiskriminierungsarbeit mit Roma. Diese machten mindestens drei Prozent der gesamten tschechischen Bevölkerung aus. Nicole Janka stellte die Arbeit der neu gegründeten evangelischen Arbeitsstelle für Antiziganismus in Oberfranken vor. Regionalbischöfin Greiner berichtete von einem neuen Erinnerungsort auf dem evangelischen Stadtfriedhof in Bayreuth. Dort sind zwei in Dachau ermordete Sinti begraben und viele andere Opfer des NS-Regimes.
Die EKBB ist die größte evangelische Kirche in Tschechien. Sie hat ungefähr 70.000 Mitglieder in etwa 260 Gemeinden. Sitz der EKBB-Kirchenleitung ist Prag. Synodalsenior Pavel Pokorný ist der höchste geistliche Repräsentant. Die hervorragende deutsche Sprachkompetenz der Kirchenleitung ermögliche einen direkten Austausch, hieß es.
Kommentare
Wenn man sich gegen …
Wenn man sich gegen "Antiziganismus" engagieren will, sollte man erst einmal wissen, was "Antiziganismus" ist und welches die Gründe dafür sind. Lediglich unkritisch das als "Wahrheit" anzunehmen, was eine sogenannte "Antiziganismusforschung" penetrant unter's Volk bringt und was interessierte Kreise immer wieder in die Öffentlichkeit puschen, wird eine Anti-Haltung gegen über Ziganen nicht beseitigen, sondern eher verstärken.
Antiziganis-tizis-mus ist nicht nur eine Modererscheinung, sondern eine, wie sich immer wieder herausstellt, Möglichkeit, schnell und leicht Gelder zu beschaffen.
Sie erheben hier mehrere…
Sie erheben hier mehrere schwere Vorwürfe, für die Sie keinerlei Belege bringen. Die Ergebnisse der Antiziganismusforschung sind dagegen hinreichend belegt und ausführlich dokumentiert.
Und nein, am Antiziganismus sind nicht Sinti und Roma oder die Forschung über die Feindschaft gegen diese Gruppen schuld, genauso wenig wie Juden am Antisemitismus oder Schwarze Menschen am Rassismus schuld sind. Das ist eine klassische Täter-Opfer-Umkehr.