Ansbach (epd). Der Kirchenkreis Ansbach-Würzburg ist der am kleinteiligsten strukturierte Kirchenkreis in der bayerischen Landeskirche - und tritt nun besonders aufs Gaspedal bei den Strukturreformen. Wie überall in Bayern fusionieren auch im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg derzeit mehrere bislang eigenständige, kleine Einheiten zu größeren Dekanaten, sagte die Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski auf Anfrage. Ihr Kirchenkreis hatte einst 19 eigenständige Dekanatsbezirke - aktuell sind es noch 16.
Bereits umgesetzt ist die Fusion der drei Dekanate Dinkelsbühl, Feuchtwangen und Wassertrüdingen, offiziell gefeiert wird die Gründung des neuen Dekanats "An Sulzach und Wörnitz" am 26. Juli mit einem Gottesdienst. Eine Dekanatsfusion sei kein einfaches Unterfangen - zum einen seien die Regionen je nach ihrer Geschichte ein Identifikationsraum für die Menschen vor Ort, zum anderen seien sie eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts, sagte Bornowski. Jede Veränderung muss daher das Kultusministerium bewilligen.
Ziel: Kirchliche Grenzen an kommunale anpassen
Die zweite große Strukturveränderung findet ebenfalls im südlichen Westmittelfranken statt: Dort steht die Verschmelzung der Dekanate Gunzenhausen, Weißenburg und Pappenheim bis Ende 2027 an. Ebenfalls Teil des neuen Gebildes wird das bereits aufgelöste Dekanat Heidenheim sein, dessen Gemeinden größtenteils zu Gunzenhausen gehören. "Ziel ist es, dass wir die Grenzen der Dekanatsbezirke an die kommunalen Grenzen anpassen - wo immer das möglich ist und sinnvoll erscheint", erläuterte die Regionalbischöfin.
Im nördlichen Westmittelfranken bereiten sich die Dekanate Uffenheim, Bad Windsheim und Neustadt an der Aisch auf eine Fusion vor, in Unterfranken gibt es unter anderem Gespräche zwischen den Dekanatsbezirken Rügheim, Schweinfurt und Bad Neustadt. Mittelfristig soll allein im katholisch geprägten Unterfranken die Zahl der evangelischen Dekanate auf drei sinken - von bisher neun. Auch der Kirchenkreis Ansbach-Würzburg selbst fusioniert: Alle drei fränkischen Kirchenkreise werden ab 2027 zu einem zusammengelegt.