München, Gütersloh (epd). Die Fachkraft-Quote in bayerischen Kitas ist so niedrig wie in keinem anderen Bundesland. Wie aus dem "Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme" der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh am Mittwoch hervorging, wiesen im vergangenen Jahr nur drei Prozent der Kitas im Freistaat eine hohe Fachkraft-Quote auf. Dazu zählen Kitas, in denen acht von zehn pädagogisch Tätigen einen entsprechenden Fachschulabschluss als Erzieherin oder Erzieher haben. Bayern ist damit im Länder-Vergleich Schlusslicht. Die zweitniedrigste Quote hatte Hamburg (16 Prozent).
Auch bundesweit ging der Anteil von Mitarbeitenden mit einer Qualifikation als Erzieherinnen und Erzieher zurück. Die bundesweite Fachkraft-Quote lag im vergangenen Jahr bei 32 Prozent, im Jahr 2017 hatte sie noch 41 Prozent betragen. 13 Bundesländern verzeichneten seither einen Rückgang. Bei der Fachkraft-Quote zeigt sich ein deutliches Ost-West-Gefälle: So wiesen im Osten zwischen 35 Prozent (Berlin) und 89 Prozent (Thüringen) der Kita-Teams eine hohe Fachkraft-Quote von mindestens 82,5 Prozent auf. Im Westen reiche die Spannweite von drei Prozent in Bayern bis 36 Prozent in Hessen.
Grundsätzlich sei es gut, wenn die Kitas neue und vor allem motivierte Mitarbeitende gewinnen würden, erklärte die Expertin der Bertelsmann Stiftung für frühkindliche Bildung, Anette Stein. Für die anspruchsvolle Arbeit mit den Kindern benötigten sie jedoch eine ausreichende pädagogische Qualifikation. In einer Notsituation könne es vertretbar sein, die Anforderungen vorübergehend zu senken, um die Schließung einer Kita abzuwenden. Das dürfe jedoch nicht zu einem dauerhaften Absenken der Fachkraft-Quote führen.
Für das "Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme" wurden nach Angaben der Stiftung Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik von 2023 sowie weitere amtliche Statistiken ausgewertet.