München, Tutzing (epd). Die Generalstaatsanwaltschaft München hat Anklage wegen Volksverhetzung gegen einen 71-jährigen Deutsch-Kanadier erhoben. Der Mann soll von November 2022 bis Oktober 2025 vor allem auf Plattformen wie "Telegram" unter anderem Verschwörungstheorien gegen jüdische Menschen verbreitet haben, wie der Zentrale Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Justiz bei der Generalstaatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Der Mann aus Tutzing sitzt seit Oktober 2025 in Untersuchungshaft.
Neben Verschwörungstheorien soll der Mann außerdem den Mord an sechs Millionen Jüdinnen und Juden während der NS-Diktatur geleugnet und verfassungswidrige Symbole wie Hakenkreuze verwendet haben. Der Mann ist bereits mehrfach einschlägig vorbestraft, die Ermittler gehen von einer gefestigten antisemitischen, rechtsextremen und fremdenfeindlichen Tatmotivation aus. Das Landgericht München II muss nun über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheiden.