Schwandorf (epd). Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) warnt vor schwerwiegenden ökologischen Folgen eines geplanten Sonderlandeplatzes für Hubschrauber bei Schwandorf. Das Vorhaben bedrohe das direkt benachbarte Naturschutzgebiet "Charlottenhofer Weihergebiet", eines der bedeutendsten Feuchtgebiete der Oberpfalz und europäisches Fauna-Flora-Habitat (FFH)- und EU-Vogelschutzgebiet, teilte der BN am Dienstag mit.

Kritisch sieht der Verband, dass trotz dieser sensiblen Nachbarschaft nach seinen Angaben weder eine FFH-Verträglichkeitsprüfung noch eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung durchgeführt worden seien. Auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) sei nicht vorgesehen. "Bei so einem Standort in nur 500 Metern Entfernung zu einem europäisch geschützten Gebiet müssen die Auswirkungen zum Beispiel auf die artenreiche Vogelwelt zwingend untersucht werden", sagte BN-Regionalreferent Reinhard Scheuerlein laut Mitteilung.

Einzigartiger Lebensraum

Das 830 Hektar große Charlottenhofer Weihergebiet ist den Angaben zufolge das zweitgrößte Naturschutzgebiet der Oberpfalz. Es beherberge national bedeutende Brutvögel wie Fisch- und Seeadler, Rohrweihen, Blaukehlchen und die Große Rohrdommel, von der es eines der letzten Vorkommen in Süddeutschland gebe. Das aus mehr als 95 Teichen bestehende Gewässersystem sei zudem Rast- und Durchzugsgebiet für mehr als 100 Vogelarten.

Der geplante Landeplatz soll laut BN jährlich 1.144 Flugbewegungen ermöglichen. Dadurch drohten Lärm und Unruhe für das gesamte Umfeld. Vorgesehen seien neben Start- und Landefläche auch ein Hangar mit Tankstelle. Für die Infrastruktur müssten nach Angaben des Verbands rund 2.000 Quadratmeter Wald gerodet und versiegelt werden.